DuSie, DuSieDuuu …

Tja, manchmal stellt man sich ja erfolgreich selbst ein Bein. Da erzähle ich meinen Kunden unentwegt, wie wichtig Authentizität ist. Und dass man sich so zeigen soll, wie man gerne wahrgenommen werden möchte. Ist ja auch alles richtig. Warum bloß sieze ich dann meine Leser hier im Blog? Wenn ich mich mit meinen Wunschkunden doch duze, weil wir ein vertrauensvolles Verhältnis miteinander haben und das Duzen einfach unkomplizierter finden?

Darüber habe ich in den letzten Tagen nachgedacht. Anscheinend habe ich noch immer die Vorstellung im Kopf, dass ich in meinem „Business-Blog“ sehr seriös rüberkommen muss und dass die Anrede mit „Sie“ dann dazu gehört. Natürlich mag es für manche Menschen wichtig sein, gesiezt zu werden. Für viele ist das Ausdruck einer respektvollen Grundhaltung. Aber ich denke, Wertschätzung und Respekt machen sich nicht an der Anrede fest. Jedenfalls nicht (mehr) für mich.

Deshalb verabschiede ich mich heute vom „Sie“. Ich möchte mit euch auf Augenhöhe kommunizieren und so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Keine Frage, für manche LeserInnen wird das ungewohnt sein, und ich muss mich auch erst umstellen. Aber ich glaube, es wird dem Blog insgesamt gut tun, weil ich mich mit dem Duzen wohler fühle.

Irgendwelche Einwände? Wie halten die Business-Blogger unter euch das? Habt ihr da überhaupt eine bewusste Entscheidung getroffen?

13 Kommentare

  1. Blogtrainer

    @DuSie: Ich bin froh, dass ich nicht allein mit dieser Entscheidungsfrage bin. Das Duzen gehört irgendwie zum Bloggen, besonders wenn man vor dem Business lange nur privat gebloggt hat. Dann kommt erschwerend (oder eigentlich erleichternd?) hinzu, dass die meisten meiner Kunden 10 oder 20 Jahre jünger sind als ich. Deine (darf man ja jetzt sagen) Entscheidung ist konsequent und in Ordnung.

  2. heide

    Danke dir für diese Bestätigung. Für mich fühlt es sich so jetzt wirklich besser an. Allen rechtmachen kann man es ja ohnehin nicht. Aber sich selbst schon :-).

  3. Jan

    Genau die Frage beschäftigt mich auch immer mal wieder. Wenn ich mich generell und durchgehend nur an ein erwachsenes Fachpublikum richte, bleibe ich beim Sie. Ansonsten hat sich das Du im Blogbereich durchgesetzt – so wie bei den Journalisten, die sich auch (fast) alle duzen 😉

  4. MIchael L.

    Danke, Heide Liebmann.
    Beim Lesen fällt mir auf, dass ich in meinem Blog überhaupt noch keine eindeutige Festschreibung habe und werde unter Link auf Deinen Beitrag auch ab sofort das „Du“ übernehmen.
    Herzlich aus dem Norden
    Michael

  5. heide

    Da habe ich ja anscheinend „zufällig'“ ein Thema angesprochen, das auch andere bewegt ;-). Je länger ich darüber nachdenke, umso zufriedener bin ich mit meiner Entscheidung. Ich muss nicht mehr „rumeiern“, sondern habe eine klare Linie, die meiner Form der Kommunikation einfach besser entspricht. Danke für eure Unterstützung!

  6. Stefan (Stefans Blog)

    Bin noch garnicht dazu gekommen, mir ein paar mehr Beiträge in Deinem Blog durchzulesen und muss den hier gleich mal kommentieren. (Komme gerade von Thies hierher.)

    Also ich blogge privat und da ist das Du eh klar. Dieser Beitrag kam mir emotional sehr unsicher und erklärend vor. Ich hatte das Gefühl, dass da schon etwas Nervosität übertragen wurde. An dem Punkt, an dem Du sagst: »… möchte mit euch auf Augenhöhe kommunizieren …« wandelt sich das aber zu einem vertrauten, freundlichen und ehrlichen Gefühl. Die mitgeklungene Nervosität verschwindet und der Rest des Beitrags fühlt sich nur noch gut an.

    Weiter so! Siezen kann man ja immer noch die Leute, die man nicht leiden kann.

  7. heide

    Danke für das interessante Feedback, Stefan. Ich werd‘ mal schauen, ob ich dich leiden kann ;-)).

  8. Ludger Freese

    Hallo Heide,
    das „Du“ und das „Sie“ ist im Blog sicherlich eine schwieriges Thema. Ich bin damals mit dem „Du“ angefangen, wurde aber gleich in die Schranken gewiesen. Also schreibe ich die Beiträge in „Sie-Form.“
    Kommen die Kommentare in der „Du-Form“, schreibe ich auch in „Du“ weiter. Bei den meisten Bloggern komme mit dem „Du“ sehr gut zurecht.
    Grüße: Ludger vom „Essen kommen!“-Blog

  9. heide

    Hallo Ludger, wer hat dich denn „in die Schranken gewiesen“? Deine Kunden? Das würde mich jetzt aber wirklich interessieren. Hier gibt’s ja bis jetzt eigentlich nur Zustimmung für meine Entscheidung. Oder möchte sich doch jemand nicht von mir duzen lassen?

  10. Ludger Freese

    @Heide:
    „In die Schranken gewiesen“ hört sich etwas hart an. Das trifft so auch nicht zu. Unsere Agentur hat uns das „Sie“ sehr empfohlen, weil wir überwiegend mit Kunden und möglichen neuen Kunden kommunizieren. Die Gruppe, die Blogs noch nicht kennen, könnten die Ansprache als respektlos empfinden (so die Agentur)
    Mittlerweile sehe ich das alles sehr gelassen und spreche die meisten mir einem frischem „Du“ an. Ich finde es aber sehr gut, dass Du dich für ein klares „Du“ entschieden hast!

  11. Michael L.

    @Ludger
    Du als Bauchmensch hast auf Deine Agentur gehört? Dat we datt noch belewen künnt!

  12. heide

    @Ludger: Ob du ein Bauchmensch bist, kann ich jetzt (noch) nicht beurteilen ;-). Aber ich kann schon verstehen, dass du auf deine Agentur erstmal gehört hast. Dafür sind Experten ja immerhin da. Und wenn man dann merkt, dass es doch auch anders als empfohlen geht, kann man schließlich mmer noch einen Kurswechsel vollziehen. Hast du ja wohl auch getan. Und beschwert hat sich doch wohl niemand?

  13. Ludger Freese

    Nee, wenn wir beschwerden bekommen, dann werde ich immer gerufen. Da ich nur gaaannz selten gerufen werde, wird auch nichts gewesen sein! 🙂

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