Sommer-Tournee-Premiere: Interview mit Caya Ersfeld

Am 22. Mai ist es soweit: Meine Sommer-Tournee startet, und zwar im idyllischen Nürtingen, nahe meiner alten Heimat.

Meine Premieren-Gastgeberin Caya Ersfeld freut sich wie ich darüber, dass fast alle der verfügbaren 12 Plätze vergeben sind. Wenn du also auch dabei sein möchtest, meldest du dich am besten noch heute hier an! Zumindest ein Platz auf der Warteliste ist dir dann sicher.

Ich habe mit Caya ein Interview geführt, weil ich neugierig darauf war, warum sie mich eigentlich gebucht hat. Heute darf ich euch also eine Frau vorstellen, die schon viel bewegt und noch viele Pläne hat:

caya

Caya, du warst zwar die letzte meiner Gastgeber/-innen, die mich für die Sommer-Tournee gebucht haben. Dafür findet aber die Premiere bei dir in Nürtingen statt! Was hat dich an der Idee gereizt?

Zum einen hat es mich gereizt, Dich persönlich kennen zu lernen. Zum anderen bin ich an Deinem Vortragsthema interessiert. Ich besuche immer wieder Fortbildungsveranstaltungen, bislang überwiegend im Bereich „Fortbildungen für Psychotherapeuten“ oder Fortbildungen, die sehr nah daran sind. Jetzt mal eine Fortbildung im Bereich Marketing, das finde ich einfach spannend. Außerdem hat es mich gereizt, Deinen Vortrag hier zu organisieren und damit etwas zu tun, das ich als „unternehmerisch“ betrachte.

Wo genau findet mein Vortrag denn nun statt?

Dein Vortrag findet in Nürtingen auf dem Areal der alten Seegrasspinnerei statt. Die Adresse: Plochinger Straße 14. (Auf dem Areal befindet sich der „Trägerverein freies Kinderhaus“, ein Verein, der Kinderbetreuung für verschiedene Altersstufen, Jugendarbeit, ökologische, künstlerische und therapeutische Angebote vereint.) Wir treffen uns im Nebenraum zur „Kulturkantine“. Die alte Seegrasspinnerei liegt direkt am Bahnhof von Nürtingen und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Es befinden sich auch genügend Parkplätze an Ort und Stelle.

Woher kennst du mich bzw. mein Blog eigentlich?

Im November 2007 habe ich begonnen, Unternehmensberatung zu nehmen und erstmals eine Menge über Marketing zu lernen. In diesem Zusammenhang bin ich dann auf Dein Buch Der Nasenfaktor: Wie Berater sich unverwechselbar positionieren gestoßen, habe es gekauft, gelesen und war begeistert. Das hat mich dazu bewegt, Kontakt zu Dir aufzunehmen, um Dir meine Begeisterung mitzuteilen. Du hast mir dann vorgeschlagen, Deinen Newsletter zu abonnieren, et voilà!

Und was machst du selbst beruflich? Wie lange bist du schon selbstständig?

Ich bin Diplom-Psychologin und arbeite zur Zeit überwiegend psychotherapeutisch. Selbständig bin ich schon ziemlich lange. 1992 habe ich damit begonnen, parallel zum Psychologie-Studium Kurse an der Vhs zu geben. Da ich viele Dinge interessant finde, konnte ich dort eine Menge Themen abdecken: Fremdsprachen, Deutsch für AusländerInnen, Mode, Kosmetik selber machen, aber vor allem Computerkurse. Damit habe ich mein Studium finanziert. Die Computerkurse waren ein Renner, und da habe ich später auch Firmenschulungen gemacht. Zu dem Zeitpunkt war Marketing gar kein Thema, die Aufträge kamen zu mir.

Dann habe ich wegen meiner Diplomprüfungen pausiert, gleich darauf meinen Sohn bekommen und danach mein Arbeitsfeld verändert. Zu Beginn habe ich wieder Kurse, Seminare und Trainings angeboten. Die Themen waren dann klar im Bereich Psychologie anzusiedeln: Entspannungsverfahren, Training sozialer Kompetenzen, Kommunikations- und Stressbewältigungstraining. Die ersten Verträge habe ich mit Sohn im Tragetuch unterschrieben.

2002 habe ich meine Praxis eröffnet und damit begonnen, parallel zu meiner Fortbildung in systemischer Familientherapie, psychotherapeutisch zu arbeiten. Seither arbeite ich psychotherapeutisch und trainiere, in wechselnden Anteilen.

Was sind die besonderen Herausforderungen deiner Tätigkeit, bezogen auf Marketing und Akquise?

Überhaupt bekannt zu werden. Ich biete Psychotherapie als Privatleistung an. Ich stelle fest, dass Empfehlungsmarketing, das ja in manchen Branchen das A und O ist, im Bereich Psychotherapie weniger funktioniert. Auch heutzutage reden die Leute offenbar nicht gerne darüber, Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Die Vorurteile gegen diese Dienstleistung sind immer noch stark ausgeprägt. („Ich bin doch nicht verrückt!“)

Darüber hinaus biete ich für Geld eine Dienstleistung an, die als Kassenleistung „umsonst“ zu haben ist. Das heißt, die Konkurrenz ist groß. Ich habe lange nicht verstanden, dass ich diesen Umstand durch meine Positionierung aushebeln kann und muss: Jetzt biete ich Paartherapie und Sexualtherapie an. Das ist in dieser Form keine Kassenleistung.

Mein nächtes Thema wird die Ritualberatung: Die Planung und Durchführung von Zeremonien und Festen zu den großen Momenten im Leben, wie Willkommensfeste für Kinder oder Hochzeiten.

Wenn du vor 5 Jahren schon gewusst hättest, was du heute über Marketing weißt, dann …

Tja, wer weiß. Spontan denke ich, ach, dann hätte ich viel früher den Erfolg gehabt, der sich seit einiger Zeit endlich einstellt. Das hätte mir wirklich gut getan. Andererseits wurde mein Sohn vor 5 Jahren gerade 4. Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die ich jetzt habe, gab es bei uns damals gar nicht.

Im Prozess der Unternehmensberatung ist mir bewusst geworden, dass mein Sohn eine höhere Priorität in meinem Leben hat, als mir bis dahin klar war – und auch ich kann eben nicht alles auf einmal machen. Arbeiten kann ich auch jetzt, in 5 und in 10 Jahren. Aber mein Sohn ist nur ein Mal 4 Jahre, oder eben 9 Jahre alt. Das möchte ich nicht verpassen.

Ob ich mehr daraus gemacht hätte, wenn ich vor 5 Jahren gewußt hätte, was ich heute weiß, kann ich nicht sagen. Ich hätte aber klarer gehabt, dass ich eine Entscheidung treffe, statt das Gefühl zu haben, den Umständen ausgeliefert zu sein.

Welche „Lektion“ war für dich im Bereich Marketing und Praxisführung besonders wertvoll?

Besonders wertvoll war für mich, zu verstehen, dass ich nicht heraus finden muss, was „der Markt will und braucht“, um erfolgreich zu sein, sondern dass ich mit dem, was ich anbiete, meine Zielgruppe finden und erreichen kann. Ich habe lange nach dem „Produkt“ gesucht, das gefragt ist, statt mich zu positionieren und konsequente Schritte zu tun, um die potentiellen KundInnen zu erreichen. Und ganz, ganz, ganz wichtig: Kein Bauchladen.

Zum Thema „Praxisführung“ gab es natürlich auch einen Lernprozess, aber nichts Hervorstechendes. Natürlich habe ich irgendwann gemerkt, dass es besser ankommt, wenn ich ein „Corporate-Design“ vom Grafiker habe, statt etwas Selbstgebasteltes zu präsentieren. Briefpapier, Visitenkarten, Webseite sind aus einem Guss – das hat ein Weilchen gedauert.

Wie machst du dich sonst noch schlau zu diesen Themen? Hast du Tipps für meine Leser?

Immer dann, wenn ich den Eindruck habe, mit der Unternehmensberatung alleine nicht weiter zu kommen, greife ich, gerne autodidaktisch und sehr bibliophil, zu Büchern. Die meisten, die ich gelesen habe sind gut und auch verständlich, wenn man eh etwas von der Materie versteht, ansonsten finde ich es manchmal schwer, dabei zu bleiben, weil sie sehr trocken geschrieben sind. Mein Interview an dieser Stelle kommt ja, wie weiter oben erwähnt, darüber zustande, dass ich Kontakt mit Dir aufgenommen habe, weil ich so begeistert von Deinem „Nasenfaktor“ bin. Und den kann ich Deinen LeserInnen wirklich mit gutem Gewissen empfehlen – und tue das auch.

Im Internet bin ich im Marketinglab dabei, wo sich Menschen aus beratenden Berufen über Marketingmöglichkeiten austauschen und gegenseitig beraten. Ob diese Form der Kommunikation für mich geeignet ist, muss ich noch heraus finden. Jedenfalls lerne ich dort sehr interessante Menschen kennen.

Darüber hinaus sind für mich die Gespräche mit meinem Mann, Informatiker und Webdesigner, sehr wertvoll, vor allem, wenn es eben um meinen Auftritt im www geht, denn da berät er mich wirklich gut. So finden mich denn auch die meisten meiner KlientInnen über das Internet.

Vielen Dank, Caya, ich freue mich darauf, dich persönlich kennen zu lernen!

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