Was eine klare Positionierung für deinen Bewerbungsprozess bedeutet
Was Positionierung und Bewerbung miteinander zu tun haben, erschließt sich vielleicht nicht auf den ersten Blick. Deshalb erfährst du in diesem Artikel zunächst einmal, was Positionierung eigentlich genau bedeutet und warum es so wesentlich für deine erfolgreiche Bewerbung als Multitalent ist, dich klar zu positionieren.
Ich werfe außerdem einen Blick auf die häufigsten Fehler, die gerade Multitalente im Bewerbungsprozess machen. Häufig lassen die sich nämlich auf eine unscharfe Positionierung zurückführen – und das können Personalmenschen in deinen Unterlagen sehr schnell erkennen.
Bereit für einen kleinen Rundumschlag zum Thema Positionierung und Bewerbung? Los geht’s!
Was heißt Positionierung eigentlich genau?
Der Begriff Positionierung wird meistens eher mit der Selbstständigkeit in Verbindung gebracht. Denn um mit deinem Unternehmen erfolgreich zu sein, ist es wichtig, sich am Markt so zu positionieren, dass die Zielgruppe erkennt, wie hilfreich und nützlich du für sie sein kannst.
Das gleiche gilt aber auch, wenn du dich bewirbst: Je klarer du dich verorten und deinen Mehrwert für die jeweilige Rolle und das Unternehmen deutlich machen kannst, desto eher wirst du eine positive Resonanz erfahren. Eigentlich logisch, oder?
Positionierung bedeutet also immer, dass du dir klar darüber bist, was dich als Persönlichkeit ausmacht, was du kannst und was deine Ziele sind – und vor allem, was du deiner Zielgruppe bieten kannst. Nur so wirst du deine Kommunikation entsprechend ausrichten können. One-size-fits-all funktioniert in der Selbstständigkeit genauso wenig wie im Bewerbungsprozess.
Was macht dich als Persönlichkeit aus?
Die meisten Bewerber*innen stellen in ihren Unterlagen ihre fachliche Kompetenz heraus. Wenn sie überhaupt Soft Skills nennen, dann meist die Klassiker: teamfähig, kommunikations- und führungsstark, analytisch und strukturiert … Klar, das steht ja auch so in den allermeisten Stellenanzeigen. Aber hat das irgendeinen Mehrwert, genau diese Formulierungen zu wiederholen?
Deine Stärken herausarbeiten
Was die meisten sich nicht klarmachen: Deine Soft Skills können interessante Anknüpfungspunkte sein, aber eben nur dann, wenn du sie etwas aussagekräftiger gestaltest. Du willst doch positiv auf dich aufmerksam machen und im ersten Schritt zu einem Gespräch eingeladen werden. Deshalb solltest du bei deinen Stärken starten, um dein Profil aufzuwerten.
Im Coaching mit Jobsuchenden arbeite ich immer erstmal intensiv daran, ein Stärkenprofil zu erarbeiten, das den Namen wirklich verdient. Da frage ich zum Beispiel:
- Was macht dir bei der Arbeit eigentlich am meisten Spaß? Denn das, was wir gerne tun, beherrschen wir in der Regel auch ziemlich gut.
- Was würden deine Vorgesetzten, deine Kolleg*innen oder deine Kund*innen über die Zusammenarbeit mit dir sagen? Die Außenperspektive einzunehmen, kann manchmal ganz erhellend sein.
- Was schätzen deine Familie, deine Lebenspartner*in, der beste Freund, die beste Freundin wohl besonders an dir? Auch das private Umfeld kann helfen, die eigenen Stärken zu identifizieren.
Ich lasse mir auch gern einen normalen oder idealen Arbeitstag schildern, denn daran lässt sich ebenfalls oft erkennen, wo die besonderen Stärken einer Person liegen.
Dann können wir im nächsten Schritt überlegen, welche dieser Stärken besonders gut zur Wunschposition passen und konkrete Belege finden, die zeigen, wo diese Stärken bereits erfolgreich eingesetzt wurden. Oft finden sich dann auch Formulierungen, die viel interessanter klingen als das langweilige Wiederkäuen der immer gleichen Begriffe.
Deine Werte
Hast du schon mal darüber nachgedacht, was dich eigentlich leitet bei deinem Tun? Wir machen uns oft nicht klar, dass wir alle einem inneren Wertesystem folgen, das jede unserer Entscheidungen beeinflusst.
Wenn es dir gelingt, deine Werte aufzuspüren und klar zu benennen, kann dir das eine Orientierung geben und dich dabei unterstützen, dich genau auf die Unternehmen zu fokussieren, die ein ähnliches Wertesystem haben wie du. Auch das bringt Klarheit in deine Bewerbungsstrategie.
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Deine Ziele
Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass du nicht da ankommst, wo du hinwillst, wenn du nicht weißt, wohin die Reise gehen soll. Potenzielle Arbeitgeber interessiert durchaus, was du im neuen Job bewirken möchtest.
Deshalb ist es so wichtig, dass du dir darüber klar wirst, was für dich eigentlich einen idealen Job ausmacht. Welche Rahmenbedingungen sollten stimmen, damit du dein Potenzial wirklich voll entfalten kannst? Was sind die echten Must-Haves, die dein zukünftiger Job bieten müsste, und was wären nur nette Add-ons, die nicht unbedingt sein müssten?
Und ebenfalls wichtig: Was sind deine Vorstellungen, wohin es in den nächsten Jahren gehen soll? Das müssen nicht unbedingt festgetackerte Ziele sein, denn genau das fällt Multitalenten ja in der Regel superschwer. Aber meistens lässt sich doch ganz gut definieren, wo deine Potenziale und Stärke am besten zur Geltung kommen könnten. Und das bestimmt dann deine weiteren Schritte.
Häufige Fehler im Bewerbungsprozess
Eine klare Positionierung kann viel dazu beitragen, dass du die folgenden Fehler vermeidest:
Zu viele Details
Fast jeder Lebenslauf, den ich mir anschaue, erschlägt mich mit der Fülle der Tätigkeitsschwerpunkte in den Bullet Points unter den letzten Positionen, am besten noch 20 Jahre zurück in die Vergangenheit.
Ganz ehrlich: Das interessiert in dieser Form keinen mehr.
Denn dabei vernachlässigst du ein ganz entscheidendes Kriterium: Du erfüllst nicht das Bedürfnis deiner Zielgruppe.
- Wer ist deine Zielgruppe? Genau: der Personalmensch, der die Unterlagen sichtet, um herauszufinden, wer eingeladen werden sollte.
- Was braucht diese Person? Nur die relevanten Infos, die zeigen: Du könntest zu uns passen!
In der Realität treten die meisten Bewerber*innen mit einem klassischen Bauchladen an: Guck mal, das kann ich alles! Das scheint aus deiner Sicht logisch, du willst zeigen, was du alles schon gemacht und gelernt hast.
Personalmenschen interessiert aber in erster Linie, welche deiner Stationen und Tätigkeiten einen eindeutigen Bezug zur neuen Rolle erkennen lassen. Und dieses Bedürfnis bedienst du nicht, wenn du 1.000 überflüssige Details nennst.
Zu wenig Wirkung
Tätigkeitsschwerpunkte sind darüber hinaus meist austauschbar: Fast alle Kandidat*innen bringen ähnliche Erfahrungen mit, sonst würden sie sich nicht auf die Stelle bewerben. Viel entscheidender sind deine Erfolge: Was hast du bewirkt oder verändert? Welchen konkreten Mehrwert hast du durch deine Arbeit erzielt?
Wenn es dir gelingt, dich hier klar zu positionieren, hast du definitiv die Nase vorn beim Rennen um die Einladungen zum Jobinterview.
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