Sinnbild für Netzwerken als Multitalent: 5 Giraffenköpfe vor blauem Himmel

Netzwerken für Multitalente: Teil unserer DNA

Warum Netzwerken für Multitalente vielleicht noch wichtiger ist als für andere Leute, liegt vielleicht tatsächlich daran, wie wir strukturiert sind und was uns ausmacht.

In diesem Artikel will ich dir einige meiner eigenen Erfahrungen mit Netzwerken vermitteln und aufzeigen, wie wertvoll solche Verbindungen sein können – und zwar auf vielen verschiedenen Ebenen.

Zusammenfassung für Eilige

  • Netzwerken ist für Multitalente besonders wertvoll, weil sie von Natur aus neugierig, vielseitig und gut darin sind, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen.
  • Das Prinzip „First give, then take“ ist entscheidend: Wer sein Wissen offen teilt, baut Vertrauen auf und gewinnt Kund*innen, wer es zurückhält, verliert sie.
  • Ein gutes Netzwerk braucht beides: echte Sympathie und strategisches Denken. Oberflächliche oder unangenehme Kontakte bringen langfristig nichts.
  • Multitalente fühlen sich oft allein, obwohl es viele von uns gibt. Der Austausch mit Gleichgesinnten gibt Anerkennung, Inspiration und gegenseitige Unterstützung.
  • Multitalente sind als Netzwerkerinnen besonders geeignet, weil unsere Vielseitigkeit uns viele Vorteile bringt.

Netzwerken: Was ist das eigentlich?

In meinen Coachings und Workshops stelle ich immer noch häufig fest, dass die Bedeutung eines funktionierenden Netzwerks vielen gar nicht so bewusst ist. Ich kann aber klar sagen, dass erfolgreiche Menschen – und was du als Erfolg definierst, spielt dabei gar keine große Rolle – in der Regel immer sehr gut vernetzt sind. Sie stehen meist im Mittelpunkt eines Beziehungsnetzwerks, kennen gefühlt Hinz und Kunz und sind meist auch bestens informiert, was ihren Bereich angeht.

Was also macht ein funktionierendes Netzwerk eigentlich aus?

Ich glaube, dass hier mehrere Faktoren entscheidend sind:

Geben und Nehmen in einem ausgewogenen Verhältnis

Vor vielen Jahren hatte ich in meinem Lieblings-Netzwerk ein einschneidendes Erlebnis: Ich hielt einen Workshop und stellte darin eine Liste vor, anhand derer ich meine Beratungen strukturierte. Ich wurde gefragt, ob ich die Liste teilen würde, und ich lehnte das ab (ja, echt, leider! 🫣). 

Später am Tag sprach mich eine Kollegin darauf an und sagte: „Damit hast du eine Kundin verloren, Heide!“ Sie machte mir klar, was an meinem Denken falsch war: Ich wollte mein Know-how für mich behalten, statt es freizügig zu teilen. Was ich damals noch nicht verstanden hatte: Wenn du dein Wissen nicht teilst, wird niemand erfahren, wie schlau du bist. Du baust kein Vertrauen und keine Beziehung auf. Du kommst geizig rüber. Und unterm Strich verlierst du damit Kund*innen.

Ich bin der Kollegin bis heute dankbar für diese klare Ansage. Denn das war eine der wichtigsten Lektionen in meiner damals noch jungen Selbstständigkeit: In deinem Netzwerk gibst du weiter, was du kannst und weißt. Denn das ist nicht dein eigentliches „Kapital“ (das war mein damaliger Denkfehler). Sondern wie du dieses Wissen umsetzt, auf deine ganz eigene und individuelle Art und Weise: Das macht dich besonders und bringt dir die ersehnten Wunschkund*innen!

Und: Du gibst immer zuerst, bevor du irgendwann auch von deinem Netzwerk profitierst: First give, then take! Das ist seitdem mein Leitsatz beim Netzwerken.

Gesunde Mischung aus Sympathie und Strategie

Ich habe seit vielen Jahren das unendliche Glück, im Texttreff meine Netzwerk-Heimat gefunden zu haben. Der Prozentsatz an Frauen, die ich richtig gern habe und die einen festen Platz in meinem Herzen haben, ist hier sehr hoch. Wir unterstützen uns nicht nur beruflich, sondern in allen Lebenslagen. Viele Textinen (wie wir uns selbst nennen) arbeiten in erfolgreichen Kooperationen miteinander, projektweise oder auch dauerhaft.

Wir können die Erfolge der anderen neidlos anerkennen und feiern, wir stärken uns gegenseitig, sorgen für mehr Sichtbarkeit, sind einfach füreinander da. Wertschätzung und Respekt müssen wir nicht einfordern, sondern sie werden einfach gelebt. Hachz! (Ich bin gerade letzten Sonntag von unserem jährlichen Workshop-Wochenende zurückgekehrt, wo wir uns immer gegenseitig aufschlauen, und ich bin immer noch ganz beseelt. Merkt man, oder?)

Inzwischen suche ich aber natürlich auch Kontakte über den Texttreff hinaus. Da achte ich dann durchaus darauf, in welchem Kontext jemand unterwegs ist, und ich suche zudem gezielt nach Personen, die mich in irgendeiner Weise beruflich weiterbringen können. Das ist aus meiner Sicht nicht ehrenrührig, sondern strategisch klug. Wobei ich mich niemals mit Leuten verbinden würde, die ich insgeheim für schrecklich halte. Das würden sie nämlich ziemlich schnell merken 😉. Und abgesehen davon will ich den lästigen Businesskaspern oder oberflächlichen Nervensägen keinen Zugang zu meinem Netzwerk verschaffen.

Warum Netzwerken für Multitalente besonders wichtig ist

Meine Beobachtung seit langer Zeit ist, dass Multitalente oft das Gefühl haben, dass sie mit ihrer Art allein auf weiter Flur sind. Dabei stimmt das gar nicht! Wir sind nämlich viele. Und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, tut auf so vielen Ebenen einfach total gut:

  • Wir bekommen Anerkennung für unser So-Sein und dürfen uns „richtig“ fühlen.
  • Wir können uns gegenseitig unterstützen und stärken.
  • Wir können so viel voneinander lernen, wie Vielseitigkeit und Erfolg zusammengehen.
  • Wir erleben, wie wertvoll und motivierend ein Netzwerk sein kann mit Menschen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen und Lösungen gefunden haben.
  • Wir können unsere Hürden und Hemmnisse gemeinsam angehen und Lösungsstrategien erproben.

Aus diesen Gründen überlege ich aktuell, ob ich ein Netzwerk für Multitalente einrichten soll, um genau diese Ziele zu erreichen. Dazu habe ich eine ganz kurze Umfrage erstellt mit 2 Fragen, die du in maximal 3 Minuten ausfüllen kannst. Das würde mir sehr helfen, vielen Dank!

Hier geht’s zur Umfrage: Wäre eine Community für Multitalente für dich interessant?

Gerade wir Multitalente sind oft wunderbare Netzwerkerinnen, wenn wir einmal verstanden haben, dass unsere Vielseitigkeit hier ein echter Vorteil ist: 

  • Wir haben meist schon in ganz unterschiedliche Bereiche mal mehr, mal weniger intensiv hineingeschnuppert.
  • Wir wissen oft, wo sich Informationen zu bestimmten Themen finden lassen, auch wenn wir selbst nicht darauf spezialisiert sind.
  • Wir kennen immer jemand, der jemand kennt, der oder die vielleicht weiterhelfen kann, und gerade Multitalente haben oft einen riesigen Bekanntenkreis.
  • Wir lernen super gern von anderen und schätzen es, unser Wissen zu teilen, weil es nur so mehr werden kann.
  • Wir haben Freude daran, Menschen aus völlig unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen und zu beobachten, wie daraus Neues entsteht.

Jetzt interessiert mich natürlich: Bist du schon aktive Netzwerkerin, und falls ja, wo? Was wäre dein Fokus für ein geeignetes Netzwerk? Eher beruflich, eher privat, oder eine Mischung aus beidem?

Ich freue mich auf deine Kommentare!

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