Frau sitzt im Homeoffice an einem Schreibtisch aus Holz mit einigen offen Projekten, die ihre Vielseitigkeit als Multitalent andeuten. Sie wirkt konzentriert bei der Sache, gleichzeitig entspannt.

Fokus für Multitalente ohne auf Vielseitigkeit zu verzichten

Warum Fokus für Multitalente oft genug ein superschwieriges Thema ist: Du hast so viele Ideen und Vorhaben, Projekte und Ziele, Interessen und Visionen, dass sich die Gedanken in deinem Kopf überschlagen. Aber du kommst nicht ins Tun, denn die entscheidende Frage bleibt: Womit soll ich anfangen?

Wenn der Tag auch für dich oft nicht genug Stunden hat, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass du ein klassisches Multitalent bist. Dich zu entscheiden oder dich gar auf eine einzige Sache festzulegen, fällt dir unfassbar schwer – und gerade deshalb bekommst du vermutlich oft zu hören, dass du genau das tun sollst.

In diesem Artikel erkläre ich dir, wieso Fokus auch für dich als Multitalent hilfreich sein kann und warum das nicht bedeutet, dass du auf deine Vielfalt verzichten oder dich einschränken musst. Du nimmst außerdem konkrete Schritte mit, die dir helfen, dein nächstes Projekt anzugehen.

Zusammenfassung für Eilige

  • Zu viele Ideen und Projekte gleichzeitig blockieren sich gegenseitig und genau deshalb kommst du nicht ins Tun. Das bedeutet nicht, dass du undiszipliniert wärst, sondern ist einfach die logische Folge zu vieler offener Optionen.
  • Fokus ist nicht gleichbedeutend mit Verzicht. Laut Duden bedeutet Fokus schlicht der „Schwerpunkt des Interesses“, von Einschränkung hat keiner was gesagt.
  • Du musst deine Vielfalt nicht aufgeben. Du darfst deine Projekte aber in eine Reihenfolge bringen – nacheinander statt parallel.
  • Eine kleine Schreibübung hilft dir, den inneren Zensor auszuschalten und zu spüren, welches Thema als nächstes dran ist.
  • Nachlassendes Interesse ist kein Scheitern. Frag dich aber immer zuerst, ob du dein Thema vielleicht neu beleben kann, bevor du zum nächsten weiterspringst.
  • Du entscheidest dich nicht für die Ewigkeit, sondern immer wieder neu.

Bist Du ein Multitalent? Erkennungszeichen

Dein Kopf läuft auf Hochtouren. Du hast Ideen für drei Leben, fängst Projekte an, die dich wirklich begeistern, und trotzdem hast du das Gefühl, nie wirklich anzukommen. Dazu kommt der Druck, endlich „die eine wahre Berufung“ zu finden. Und von außen hörst du vermutlich auch mit schöner Regelmäßigkeit: „Entscheid‘ dich doch mal!“

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Weil ich selbst ein Multitalent bin und lange auf der Suche war nach genau dieser einen Berufung. Bis ich endlich auch emotional verstanden habe, dass mich gerade meine Vielseitigkeit auszeichnet. Dass ich mir erlauben darf, all meine Facetten zu leben. Das war eine Erkenntnis, die tatsächlich nochmal viel bewegt hat.

Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du hier richtig. Und falls du noch tiefer einsteigen möchtest, was es bedeutet, ein Multitalent bzw. eine Scannerin zu sein, findest du in diesem Artikel 5 Anzeichen, dass Du eine Scannerin bist eine ausführlichere Beschreibung.

Warum du nicht ins Tun kommst und wer daran Schuld ist (Spoiler: nicht du!)

Das schlechte Gewissen, das viele Multitalente kennen, entsteht meistens nicht aus Faulheit oder mangelndem Willen. Sondern eher daher, weil ständig 1.000 Projekte parallel in deinem Kopf herumspuken und sich gegenseitig blockieren: Wenn ich Projekt A mache, leidet Projekt B, und Projekt C wäre doch auch sooo spannend!

Manchmal ist das so lähmend, dass du überhaupt nicht mehr von der Stelle kommst. Oder du gehst alles nur noch halbherzig an, weil „das ja sowieso nix wird“ – und lässt dich vom nächsten „shiny object“ direkt wieder ablenken.

Das ist keine Charakterschwäche oder Disziplinlosigkeit. Das ist einfach nur die logische Folge davon, dass du versuchst, dir zu viele Optionen gleichzeitig offen zu halten.

Und sich dann anhören zu müssen, man müsse halt „einfach mal eine Entscheidung treffen“ – das hilft dann auch nicht wirklich weiter. Wenn das so einfach wäre, würdest du das ja wahrscheinlich nur zu gerne tun.

Was Fokus wirklich bedeutet – und was nicht

Die gute Nachricht zuerst: Du kannst wirklich alles machen, was dir Freude macht und was dich interessiert. Struktur und Fokus können dir dabei helfen, mehr Klarheit in den Wirrwarr in deinem Kopf zu bringen.

Der Duden definiert Fokus so: „Schwerpunkt, Mittelpunkt des Interesses, einer Sache, einer Auseinandersetzung, eines Diskurses.“ Kein Wort von Verzicht. Es geht überhaupt nicht darum, dass du die eine Sache tun darfst und die andere nicht.

Fokus bedeutet aus meiner Sicht etwas anderes: Du entscheidest, welchem Thema du jetzt deine volle Aufmerksamkeit widmest – und für welchen Zeitraum. Das ist alles.

Ich mache das zum Beispiel gerade so: Ab sofort belebe ich meinen Newsletter mit drei fixen Kategorien wieder. Das ziehe ich erstmal ein halbes Jahr durch, und dann entscheide ich neu, ob ich das beibehalten will oder meinen Fokus auf etwas anderes richte.

Alle anderen Themen gehen dabei nicht verloren. Sie landen nur in einer Warteschleife. Ich darf mich durchaus damit beschäftigen, aber nicht mit der gleichen Intensität wie mit dem gewählten Schwerpunkt. Nacheinander statt parallel. Das hilft mir enorm, den Strubbel im Kopf zu entwirren.

Wie du deinen nächsten Schritt findest

Du musst dich nicht für immer festlegen. Nur für jetzt. Das klingt vielleicht einfacher, als es sich anfühlt. Deshalb habe ich hier eine kleine Schreibübung für dich, die dir den Zugang zu deiner Intuition öffnet und den rationalen Verstand und damit den inneren Zensor eher ausblendet.

So geht’s:

Schreib drei Alternativen auf, die dir gerade im Kopf herumschwirren. Dann nimmst du dir 10 Minuten Zeit und schreibst frei drauflos, und zwar ohne den Stift abzusetzen, ohne bewusst nachzudenken und ohne dich beim Schreiben zu zensieren. Alles, was dir durch den Kopf geht, landet auf dem Papier.

Das funktioniert, weil dein innerer Zensor eine „vernünftige“ Entscheidung treffen will und dabei genau das blockiert, was du eigentlich spürst. Freies Schreiben umgeht diese nervige Instanz in dir. In der Regel zeigt sich dabei nämlich ziemlich deutlich, wo dein Fokus gerade hinwill.

Du entscheidest dich damit also nicht gegen etwas. Du entscheidest dich für etwas, und zwar auf Zeit.

Was, wenn das Interesse wieder nachlässt?

Das ist total in Ordnung. Es zeigt dir nur, dass du das gewählte Thema wahrscheinlich ausreichend erschöpft hast.

Allerdings lauert hier eine Falle: Multitalente tendieren manchmal dazu, zu schnell aufzugeben. Denn nachlassendes Interesse bedeutet nicht immer, dass ein Thema wirklich durch ist. Manchmal wird es einfach gerade anstrengend, und oft springen wir gerade dann besonders schnell wieder ab.

Frag dich deshalb zunächst: 

  • Wie könntest du das Thema wieder interessanter gestalten? 
  • Welcher Aspekt könnte es vertiefen und dir größere Zufriedenheit bringen?
  • Und verbinde dich nochmal mit dem Ziel, das du mit dieser Aktivität verknüpfst: Inwiefern wird es dir besser gehen, wenn du dranbleibst?

Erst wenn du merkst, dass dein Fokus sich so nicht mehr bündeln lässt, ist es wahrscheinlich an der Zeit, dich neu zu entscheiden, welches Thema als nächstes dran ist.

Fazit

Fokus ist kein Widerspruch zu deiner Vielseitigkeit. Es geht schlicht darum, wie du sie lebst: nacheinander statt gleichzeitig, bewusst statt zufällig, auf Zeit statt für immer.

Du musst nichts aufgeben. Du musst Dich nicht einschränken. Du darfst deine Projekte in eine zeitliche Abfolge bringen und immer wieder neu entscheiden, was als nächstes dran ist.

Wenn du noch mehr zu dem Thema wissen und gemeinsam mit anderen testen möchtest, lade ich Dich herzlich zu meinem Gratis-Live-Webinar ein: Wie Du als Multitalent Deinen Fokus findest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen