Unternehmer*in sein: Interview mit Sylvia Schaab

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Sylvia kenne ich aus dem Texttreff, meinem Lieblings-Netzwerk. Sie ist Inhaberin der ABC Medienagentur in Augsburg. So richtig auf sie aufmerksam geworden bin ich durch ihre Entschlossenheit, plastikfrei zu leben. Ich bewundere, wie zielstrebig und kompromisslos sie dieses Ziel bisher umgesetzt hat – und wie sie dadurch zeigt, was tatsächlich möglich ist, wenn man nur will! Deshalb freu ich mich sehr, dass sie sich die Zeit für mein Interview genommen hat.

Unternehmersein bedeutet Wandel

Sylvia SchaabWenn du dein Selbstbild als Unternehmer*in beschreibst: Wie sieht das aus, und was gehört alles dazu für dich?

Als Unternehmerin habe ich die Freiheit zu entscheiden, was wichtig und richtig ist. Ich bringe mein komplettes Potenzial, meine Lebenserfahrung in mein Unternehmen ein. Das macht mich und mein Unternehmen aus und unterscheidet mich von anderen. Ich tue das, was ich am besten kann und für das andere hole ich mir Unterstützung. Als Angestellter hat mich immer gestört, dass ich auf meine Aufgabe reduziert war und sich niemand dafür interessiert hat, was ich wirklich kann und wie ich das im Unternehmen einbringen kann.

Als Selbstständige kann ich aber genau das. Und so sehe ich mich als Sparringspartner für meine Kunden. Ich setze mein Potenzial ein, um gemeinsam mit ihnen die beste Lösung zu finden.

Welche deiner Eigenschaften hältst du für unverzichtbar, bezogen auf deinen unternehmerischen Erfolg?

Die Neugier. Denn nur wer neugierig ist, dreht das Rad weiter. Neugier hat mich zu meinem Beruf als Journalistin geführt. Neugier braucht aber jeder Unternehmer, um immer wieder in eine neue Richtung zu gehen, wenn etwas nicht funktioniert.
Unser Leben ist voller neuer Dinge. Wer nicht neugierig ist und ausprobiert, was gerade angesagt ist, verpasst den Anschluss. Unternehmersein bedeutet ja auch ständigen Wandel. Die Welt dreht sich weiter und es ergeben sich ständig neue Möglichkeiten. Nicht jede muss umgesetzt werden, das ist auch gar nicht sinnvoll. Aber nur wer sich auch mal etwas Neues traut, kommt voran und wird erfolgreich.

Die Neugier ist aber manchmal auch ein Stolperstein. Nämlich dann, wenn man vor lauter Wissensdurst vergisst, wo die eigenen Stärken liegen und immer nach Neuem strebt statt das was man hat, solide auszubauen und darin zum Experten zu werden.

Wenn du mal zurückblickst: Aus welcher Erfahrung hast du am meisten gelernt für dein unternehmerisches Leben?

Ich lerne täglich dazu. Aber ich hatte mal ein Projekt, bei dem ich offenen Auges ins Scheitern lief. Die Kommunikation lief immer über einen Dritten. Das führte dazu, dass niemals wirklich klar wurde, was eigentlich gewünscht ist, obwohl ich mich ständig rückversicherte. Dadurch habe ich gelernt, dass nur die direkte Kommunikation zum besten Ergebnis führen kann. Jeder Mittelsmann verfälscht die Wünsche. Zudem ist es wichtig, dass der Kunde weiß, was er will. Wenn das nicht klar ist, kann ein Projekt nur scheitern.

Was bedeutet „Scheitern“ für dich?

Scheitern ist ein hartes Wort. Scheitern heißt, dass man das Ziel, das man sich gesteckt hat, nicht erreicht hat. Das mag zwar im ersten Moment hart sein, wenn man es aber genau hinterfragt, dann wird klar, wie wichtig das Scheitern war. Projekte scheitern, weil es einfach nicht passt. Weil man wichtige Hinweise übersehen hat oder einfach nicht wahrnehmen wollte.

Was möchtest du mit deinem Unternehmen der Welt geben?

Mit meinen Texten möchte ich Menschen einen Mehrwert geben. Etwas, das sie in ihrem Leben weiterbringt. Ich fühle mich als Übersetzer mehr oder weniger komplexer Sachverhalte.

Was hätte dir in schwierigen Situationen geholfen, wenn du es schon früher gewusst hättest?

Den Fokus nicht aus dem Auge zu verlieren. Das wichtigste in allen Situationen ist Klarheit: Klarheit über mein Ziel und meine Zielgruppe. Das hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich habe im vergangenen Jahr die „Schule für Unternehmer“ besucht. Dort habe ich eine Menge über mich und das Führen eines Unternehmens gelernt. Vor allem, dass es nicht genügt, eine gute Idee zu haben. Man muss sie auch umsetzen!

Welche Art von Marketing machst du für dein Unternehmen und deine Angebote?

Ich suche vor allem den persönlichen Kontakt innerhalb von Netzwerken, sowohl digital als auch real vor Ort. Zudem halte ich immer wieder Vorträge zum Thema Schreiben und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch zum Thema plastikfreies Leben.

Wie würdest du dein Verhältnis zu Geld beschreiben?

Ich gebe es gerne aus ;-)! Beim Thema Geld halte ich es mit der sozialen Unternehmerin Sina Trinkwalder, die sagt: „Geld ist das Schmiermittel für die Wirtschaft.“ Geld kann man nicht essen, man kann aber mit Geld dafür sorgen, dass Dinge geschehen. Daher kann ich es auch gar nicht nachvollziehen, dass diejenigen, die mehr als genug Geld haben, ihr Geld lieber in dubiose Briefkastenfirmen und am Staat vorbei irgendwo liegen lassen, statt es wieder in den Wirtschaftskreislauf zu geben. Wem ist geholfen, wenn ein kleiner Teil der Menschheit viel hat und der Großteil gerade mal so über die Runden kommt?

Welche Routinen helfen dir bei deinem Workflow, und welche Tools setzt du dafür am liebsten ein?

Ich habe Zeitfenster für die verschiedenen Aufgaben, die für einen Unternehmer anfallen. So gibt es bestimmte Tage, um Aufträge zu bearbeiten und bestimmte Tage um Marketing oder Akquise zu machen. Ein Einzel-Unternehmer hat ja viele Rollen: Unternehmer, Facharbeiter, Buchhalter, Vertriebler etc. All diese Aufgaben brauchen ihre Zeit. So sollte man sich also nicht nur die Zeit nehmen, seine Aufträge abzuarbeiten, oder zu kommunizieren, sondern auch regelmäßig hinterfragen, ob das Unternehmen noch auf Kurs ist und wohin es gehen könnte.

Ich habe meine unterschiedlichen Arbeitsaufgaben genau definiert, also beispielsweise Aufträge abarbeiten, Mails beantworten, Marketing machen oder Rechnungen schreiben. Dafür blocke ich Zeitfenster in meinem elektronischen Kalender. Das hilft mir zügig loszulegen und Aufgaben nicht lange vor mir herzuschieben. Wenn etwas dazwischen kommt, dann verschiebe ich die Aufgaben einfach. Die jeweiligen Aufgaben definiere ich in einer Tabelle.

Es gibt Tools, die mich dabei unterstützen. Um meine Ideen und Notizen zu verwalten nutze ich Evernote. Das ist sehr praktisch, weil ich von allen Geräten auf mein Account zugreifen kann und damit meine Gedanken immer schnell zur Hand habe. Meine Arbeitszeit halte ich in dem Zeiterfassungstool „Time Tracker“ fest. So weiß ich immer, was ich wann gemacht habe.

Wie schaltest du ab und entspannst dich am besten?

Ich trainiere regelmäßig im Zirkel, gehe joggen und mache QiGong. Zudem mache ich täglich autogenes Training, um die Batterien wieder aufzuladen. Abschalten kann ich auch gut beim Kochen oder dabei, einfach nur Zeit mit meinem Mann und meinen drei Kindern zu verbringen.

Vielen Dank für diese wertvollen Einblicke in dein unternehmerisches Leben, liebe Sylvia!

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