Umgang mit Ängsten im Business

Wie du lernen kannst, deinen Ängsten konstruktiv zu begegnen

Wieso ich das Thema Angst aufgreife? Sind wir nicht (fast) alle Unternehmer*innen, die ihren Job gerne machen, oft einer inneren Berufung folgen – da geht es doch nicht um Angst?

Frau mit Gesicht zur Wand und Händen am Kopf, umschwirrt von Fragezeichen und Gedankenblase "Hilfe!"

Weit gefehlt. In meinen Coachings und im Austausch mit anderen Solo-Selbstständigen treffe ich immer wieder auf Ängste, die sich teilweise sehr blockierend auswirken:

  • Existenzangst: Wenn am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig ist und der Dispo in den roten Zahlen hängt – dann kann einem schon mal schummrig werden. Schlaflose Nächte, in denen man sich von einer Seite auf die andere wälzt und sich verzweifelt fragt, was man denn um Gottes Willen noch tun kann, sind dann oft die Folge.
  • Versagensangst: Gerade wenn du Dinge zum ersten Mal ausprobierst, lauert da oft die Angst im Hintergrund, „es nicht zu bringen“ oder den Erwartungen nicht zu genügen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor meinem allersten Training in einem Unternehmen zu Beginn meiner Selbstständigkeit wirklich kaum geschlafen habe, weil ich so aufgeregt war. Mir fehlte einfach noch die Erfahrung, und ich hatte keine Ahnung, ob das alles so klappen würde wie geplant. Ich hatte wirklich schreckliche Angst (und habe das Training dann trotzdem gerockt ;-).
  • Angst vor Sichtbarkeit: Das ist ein besonders interessantes Phänomen, das mir häufig begegnet. Oft steckt dahinter ein „Bescheidenheitsthema“, also letztlich die Angst vor der eigenen Größe. Seine Potenziale wirklich anzunehmen, ist für viele Menschen eine echte Herausforderung. Das hat sehr oft biografische Gründe und ist ein echtes Problem in der Selbstständigkeit. Denn da hilft es wirklich, für potenzielle Kund*inn*en sichtbar zu sein.

Was also tun, um deine Ängste in den Griff zu bekommen?

Ich glaube, dass das im Grunde schon die falsche Frage ist ;-).

Ängste treten ja aus bestimmten Gründen auf. Wenn wir sie wegdrücken oder leugnen oder ganz mechanistisch da rangehen, dann bleibt uns ihr wahres Potenzial verborgen.

Vielleicht fragst du dich jetzt, welches Potenzial hinter der Angst stecken soll. Du findest es wahrscheinlich doof, dass du so ängstlich bist und willst sie einfach loswerden, fertig! Oder?

Wenn du mir schon ein bisschen länger folgst, dann weißt du, dass ich dazu neige, Ängste als Wegweiser zu begreifen. Sie zeigen mir und wahrscheinlich auch dir tatsächlich sehr oft den Weg zu den größten inneren Schätzen.

Ein ganz aktuelles Beispiel aus meinem Leben:

Ich träume schon seit Jahren davon, nach Neuseeland zu reisen und dort alleine mit einem Campervan unterwegs zu sein. Aber ich hatte Angst, das finanziell nicht gestemmt zu kriegen. Und überhaupt, wie sollte das alles funktionieren mit meinen Kunden? Und Heide ganz allein auf der anderen Seite der Welt … Ja, das machte mir schon Angst, obwohl ich „eigentlich“ weiß, dass ich in der Regel ganz gut klarkomme.

Dieses Jahr habe ich mir dann ein Herz gefasst und sozusagen meine eigene Medizin geschluckt: Du hast eigentlich immer nur von den Dingen Angst, die dir dein ganzes Potenzial erschließen. Also sieh zu, wie du das hinkriegst.

Wie ist es mir gelungen, meinen Ängsten konstruktiv zu begegnen?

  • Ich habe sie erstmal einfach angenommen. Ah, hallo, Angst. Da bist du ja wieder, alte Freundin.
  • Ich habe mir meine Angst als Person vorgestellt, als Teil meiner selbst. Wenn ich meine Angst ablehne, lehne ich im Grunde einen Teil meiner selbst ab. Das fühlt sich nicht gut an.
  • Ich habe daher zugelassen, meine Angst wirklich zu spüren. Da flossen auch Tränen. Es kam dann so ein ganz junger, kindlicher Anteil hoch, und der brauchte einfach meinen Mut und meine Aufmerksamkeit. So ähnlich, wie wenn du tatsächlich mit einem kleinen Kind sprechen würdest, das gerade Angst hat.
  • Ich bin also mit diesem Anteil, der sich in meiner Angst zeigte, ins Gespräch gegangen und habe ihm meine volle Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe das kleine Mädchen in mir gefragt, was sie mir sagen will. Da kamen sehr interessante Antworten!
  • Ich habe dann mit ihr verhandelt. Teilweise tue ich das noch immer.

Und dann habe ich den Schritt gewagt, weil es irgendwann klar war, dass das jetzt der richtige Schritt für mich ist! Ich habe im Juli meinen Flug gebucht, und am 1. November geht es los.

Ich bin ganz sicher, dass diese Reise der Schlüssel sein wird zu derzeit noch verborgenen Kammern meiner Persönlichkeit. Wenn ich zurückkomme, werde ich wieder etwas mehr über mich und meine Potenziale erfahren haben.

Wie klingt das für dich? Einfach mal mit deiner Angst zu sprechen und dir anzuhören, was sie dir zu sagen hat? Ich gebe zu, das klingt vielleicht zunächst ein bisschen ungewöhnlich. Allerdings stelle ich fest, dass diese Herangehensweise wirklich heilsam ist und kann sie dir nur empfehlen!

Wenn du dir selbst noch ein bisschen mehr auf die Schliche kommen möchtest, schau doch bei meinem kostenfreien Webinar vorbei. Am Dienstag, dem 1.10.19 um 12:30 Uhr verrate ich dir, was meiner Meinung nach wirklich das größte Hindernis für deinen Erfolg ist. Und: Wie du es unauffällig beseitigst! Hier geht’s zur Anmeldung.

 

Dieser Artikel hat dir gefallen? Dann freu ich mich, wenn du ihn teilst. Am einfachsten geht das über die Buttons oben über dem Artikel.

Willst du auch in Zukunft keine interessanten Artikel mehr verpassen? Dann melde dich gleich an für meine ImpulsPotenziale und sichere dir dein Geschenk: meinen Gratis-E-Mail-Kurs „Mein unternehmerisches Selbstbild“.

2 Kommentare

  1. Michaela

    Hallo Heide,

    danke, dass du dieses wichtige Thema ansprichst.

    Viele Menschen mögen nicht darüber sprechen oder schämen sich dafür.
    Dazu kommt noch, dass nicht alle Ängste offensichtlich sind (zumindest für einen selbst 😉 ) und sich hinter „Ausreden“ verstecken, die wir gar nicht hinterfragen.

    Ich finde es auch wichtig, auf diese Ängste einzugehen, sie anzuschauen, wahrzunehmen und zu „sehen“.

    Dafür gibt es viele Tools und Techniken, die – zumindest auf den ersten Blick – ungewöhnlich und fremd sind, aber sehr gut helfen, mit den Ängsten und Befürchtungen besser umzugehen, wie z.B. Meditation und Klopfakupressur.

    Toll, dass du „einfach“ den Flug gebucht hast und machst, was du „machen musst“.
    Hab eine tolle Zeit in Neuseeland.

    Liebe Grüße
    Michaela

  2. Karoline

    Fein, wenn man den Mut aufbringt und seine Angst von einer anderen Seite, mal ganz genau kennenlernt… Ja, das kann vieles verändern 😅viel Vergnügen in

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.