Spuren statt Staub

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Weihnachten ist sechs Wochen her, und ich habe es immerhin schon geschafft, eins meiner Geschenke zu lesen: Spuren statt Staub: Wie Wirtschaft Sinn macht von Anja Förster und Peter Kreuz.

Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.

Dieses Zitat von Antoine de Saint-Exupéry, dem Autor solcher unvergesslichen Bücher wie „Nachtflug“ und natürlich „Der kleine Prinz“, hat das Berater-Duo, das sich selbst gerne als „Management-Vordenker einer neuen Generation“ deklariert, seinem aktuellen Buch vorangestellt. Und macht damit auch direkt die Kernaussage des Buches klar: Um wirklich erfolgreich zu sein, muss das eigene Tun Sinn ergeben. Die Autoren bauen damit auf ihren letzten Bestseller Alles, außer gewöhnlich: Provokative Ideen für Manager, Märkte, Mitarbeiter auf, der mich und viele andere in 2007 wirklich begeistert hatte mit seinen tollen Ideen und herausfordernden Geschichten. Die Latte lag also hoch.

Was mir an den Büchern der beiden wirklich Spaß macht, ist ihre geschliffene Prosa mit gut gesetzten Pointen – es liest sich einfach von der ersten bis zur letzten Seite unterhaltsam und man kann der Argumentation ganz unangestrengt folgen. Der Aufbau als Film mit einzelnen Szenen, konsequent bis zum Abspann durchgehalten, in dem alle Beteiligten namentlich genannt werden, erlaubt schnelle Schnitte, und die Ideen werden quasi häppchenweise serviert. Vielleicht ist das aber auch zugleich die Schwäche des Buches: Mir fehlte zuweilen die theoretische Basis für die durchaus lesenswerten Geschichten.

So fühle ich mich zwar insgesamt Punkt für Punkt bestätigt in dem, was ich tue und wie ich es tue. Das ist schön und tut gut. Schließlich ist es irgendwie schmeichelhaft, sich somit zu jenen zählen zu dürfen, die bereits verstanden haben, worauf es heute und in Zukunft ankommt. Aber wirklich inspiriert hat mich diesmal nur wenig. Zu viele bereits bekannte Beispiele und zu wenig außergewöhnliche Impulse.

Fazit: Wer Alles, außer gewöhnlich noch nicht kennt, dürfte in diesem Buch jede Menge Anregungen finden. Auch gut aufgehoben wird sein, wer es sich mit anderen Mutmachern zusammen gemütlich machen will. Aber zur echten Inspirations-Bibel reicht es diesmal leider nicht.

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