Schreiben für Querleser: die 10-Sekunden-Regel

(inspiriert von Muhammad Saleem vom Copyblogger)

Wir leben ja nicht mehr in der Informationsgesellschaft, sondern in einer Informations-Überfluss-Gesellschaft. Jeden Tag kämpfen tausende von Botschaften um unsere Aufmerksamkeit. Auch wenn wir wirklich etwas zu sagen haben, müssen wir erst einmal die 10-Sekunden-Regel beherzigen.

Was genau bedeutet das? Ich möchte erreichen, dass Sie nach der Lektüre dieses Artikels wissen, wie Sie Ihren Lesern die Quintessenz Ihres Textes vermitteln – und zwar in maximal 10 Sekunden.

Auf die Plätze – fertig – los!

Sie werden gescannt!
Aus der Leseflussforschung wissen wir, dass Leser einen Text meistens erst einmal überfliegen, und zwar im Zick-Zack-Muster von oben nach unten. Erst wenn der Text diese erste Bewährungsprobe bestanden hat, entscheiden wir, ob wir ihn nun auch noch einmal gründlich lesen. Das gilt für Bewerbungsanschreiben ebenso wie für Werbebriefe oder Blog-Artikel.

Querleser sind Vielleser
Der durchschnittliche Leser verarbeitet ca. 240 Wörter pro Minute. Querleser hingegen können 15 Wörter pro Sekunde erfassen oder umgerechnet 900 Wörter pro Minute. Deshalb erleichtern Sie ihnen die Arbeit, wenn Sie Ihren Text in drei bis fünf Abschnitte gliedern, die man in 10 Sekunden wahrnehmen und bewerten kann:

1. Die Überschrift
2. Die Zwischenüberschriften
3. Hervorgehobener Text (Fettdruck, Listen etc.)
4. Bilder, Grafiken etc.
5. Eine Zusammenfassung des Textes

Originelle Worte für interessante Inhalte
Schon mit diesen wenigen Hinguckern muss es Ihnen gelingen, die Aufmerksamkeit Ihrer Leser zu fesseln. Originalität ist deshalb wichtig, und zwar sowohl, was den Inhalt betrifft, als auch die Form. Eine interessant formulierte Headline mit einem Nutzenversprechen wird stärker wahrgenommen als eine lahme Aussage.

Auf den Punkt kommen
Klingt einfach und ist doch die hohe Kunst effektiver Texte: Schon beim ersten Querlesen sollte klar werden, was die wesentlichen Aussagen Ihres Textes sind. Das geht nur, wenn Sie einer durchdachten Struktur folgen, die sich auch anhand Ihrer Zwischenüberschriften verfolgen lässt.

Zur Reaktion auffordern
Alle „Gebrauchstexte“ haben ein Ziel: Sie wollen, dass der Leser etwas tut. Laden Sie dazu ein. Sagen Sie ihm genau, was Sie von ihm erwarten. In einem Werbebrief fordern Sie ihn auf, Ihnen eine Rückantwort zu schicken. Ein Bewerbungsschreiben endet mit der Aufforderung, sich wegen eines Vorstellungsgesprächs mit dem Bewerber in Verbindung zu setzen. Ein Blog-Artikel wünscht sich Kommentare und Trackbacks von anderen Blogs.

Wenn Sie diese Bedürfnisse Ihrer Querleser beachten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch bei Ihnen hängen bleiben. Test bestanden?

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