Plädoyer für offenes Netzwerken:

Andreas Heubergers Buch Networking – durch interessante Kontakte zum Erfolg

An dieses Buch bin ich mit hohen Erwartungen herangegangen, denn der Autor Andreas Heuberger ist mir seit Jahren ein Begriff als Profi-Netzwerker. Insofern erhoffte ich mir auch als fortgeschrittene Netzwerkerin noch einige interessante Impulse.

Zum Glück wurde ich nicht enttäuscht! Auch wenn Heubergers Schreibstil für meinen Geschmack oft etwas umständlich ist, inhaltlich gibt es nichts zu meckern, ganz im Gegenteil. Ausgehend von den inzwischen hinlänglich bekannten Zahlen, dass bis zu 80 Prozent des Neukundengeschäfts aus Networking-Aktivitäten entsteht, belegt der Autor an zahlreichen Beispielen den Nutzen gezielten Networkings. Denn Networking ist aus seiner Sicht „Verkaufsförderung für die eigene Person“.

Interessant fand ich die Menschen-Typologien: Von aristotelischen Temperamenten über Motivations- und „Web 2.0“-Typen – für jeden Geschmack ist etwas dabei, was vor allem Networking-Anfängern zuweilen hilfreich sein dürfte. Denn gekonntes Networking beinhaltet ja auch die Frage, welche Menschen man wann wie anspricht. Dazu gibt es übrigens quer durch das gesamte Buch immer wieder anschauliche Praxisbeispiele aus der persönlichen Erfahrung Heubergers. Manchmal wüsste man ja bei der Lektüre zu gern, von wem er da konkret spricht … Aber es ist ja ein Networking- und kein Enthüllungsbuch, insofern ist die Diskretion natürlich angebracht.

Dass simples gutes Benehmen und die Grundregeln der Höflichkeit für alle Networking-Aktivitäten selbstverständlich sein sollten, betont Heuberger oft. Anscheinend kennt er die Netzwerk-Nassauer, die stets fordern ohne zu geben, auch zur Genüge. Daher fehlt auch der Hinweis darauf nicht, wie wichtig positives Denken, Sprechen und Handeln für erfolgreiches Networking ist. Eine entwickelte Netzwerkkultur zeichnet sich nach Meinung Heubergers durch das klassische Win-Win-Prinzip aus. Das macht die Essenz des offenen Netzwerkens aus, dem er übrigens durchaus gesellschaftsveränderndes Potenzial zuspricht: Wer sein Wissen teilt und offen mit anderen Menschen umgeht, entspricht nicht mehr dem klassischen „Funktionär“, der einzig im elitären Kreis und nur, wenn es seiner Macht dienlich ist, andere an seinen Informationen teilhaben lässt.

Besonders hilfreich fand ich persönlich die Idee, mittels der „Fünfzig-Worte“-Methode so etwas wie eine „Selbstpositionierung“ zu entwickeln. 50 Schlüsselbegriffe zu finden, die einen als Persönlichkeit „markieren“, und zwar sowohl beruflich als auch privat, ist eine wunderbare Übung. Ich habe sie gleich mal in mein „Nasenfaktor“-Repertoire aufgenommen. Und wer sich mein Xing-Profil anschaut, wird feststellen, dass ich nun auch dort eine Reihe von Begriffen eingesetzt habe. Ich bin gespannt, ob und wie sich diese Änderung auswirken wird.

Die Kapitel, in denen die klassischen Business-Netzwerke von den Lions und Rotariern bis zu Studentenverbindungen, IHKs etc. dargestellt werden, sind wahrscheinlich vor allem für diejenigen interessant, die gerne feste Strukturen haben. Auch das Online-Networking, vor allem bei Xing, wird umfassend behandelt. Wer sich hier noch unsicher ist, bekommt ein paar gute Hinweise an die Hand. Spannend fand ich dabei übrigens, dass Andreas Heuberger ganz anders mit Kontaktanfragen umgeht als ich: Er akzeptiert sie nämlich grundsätzlich erstmal alle. Auch dafür gibt es gute Argumente, auch wenn ich wohl bei meiner Linie bleiben werde.

Praktische Tipps zum Thema Smalltalk und Empfehlungen für Networking-Treffen geben weitere Anregungen, sein Verhalten einmal darauf abzuklopfen, wie man noch besser in Kontakt mit interessanten Menschen kommen könnte. Das Erfolgsrezept Heubergers: Aktiv zuhören! Kann ich bestätigen: es hilft …

Alles in allem ein wirklich spannender Ratgeber für alle, die sich etwas intensiver mit dem Thema Networking auseinander setzen wollen. Also Pflichtlektüre für alle Selbstständigen! Denn Networking muss man langsam aufbauen – wer erst damit anfängt, wenn die Umsatzzahlen nach unten gehen, ist wahrscheinlich zu spät dran.

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