Das feine Aroma des Besonderen

Das 4. Türchen im Marketing-Gewürzregal öffnet Birgit Nussbaum von webwege für euch. Hier ihr Gastbeitrag:

Eigentlich hat so eine Adventswoche ja auch nur sieben Tage – wie alle anderen Wochen des Jahres auch. Und doch sind die Adventswochen etwas ganz Besonderes: Straßen und Fassaden sind mit Lichtern geschmückt, Wunschzettel werden geschrieben, Plätzchen gebacken, Päckchen gepackt und Weihnachtskarten versandt; und über allem schwebt das verführerische Aroma von Glühwein und Lebkuchen.

Auch jeder Dienstleister und jedes Unternehmen ist etwas Besonderes. Diese Besonderheit zu benennen, fällt vielen jedoch schwer. Auf die Frage „Was kann Ihr Unternehmen besser als andere?“ oder „Warum soll ein Kunde gerade Sie beauftragen?“ kommt oft nur ein lapidares: „Ach, wir machen eigentlich auch nichts anderes als die anderen.“

Doch wer sich seinen Kunden einprägen will, muss erkennbar sein. Das heißt nicht, ab sofort nur noch Lebkuchen mit Chiligeschmack zu backen. Sondern es heißt, ein spezifisches Bedürfnis zu erfüllen und das auch mitzuteilen. Und weil Menschen unendlich viele Bedürfnisse haben, materielle, soziale, emotionale und viele andere, ist das auch gar nicht so schwer. Die meisten Unternehmen tun es sogar schon – nur wissen sie es manchmal selbst nicht und machen es daher auch nicht deutlich.

In dem ausführlichen Gespräch, das ich zu Beginn jeder Kundenbeziehung führe, erzählte mir eine Übersetzerin nebenbei, dass sie ihre Kunden „natürlich“ auf wettbewerbsrechtliche Fallstricke aufmerksam mache und zu diesem Thema regelmäßig Seminare besuche. Ein Webdesigner erwähnte, dass er seine Websites auf allen gängigen Betriebssystemen und Browsern teste und auch immer für eine vernünftige Druckansicht sorge. Von einem Badgestalter erfuhr ich, dass er potentielle Kunden vor jeder Planung erst einmal zu Hause besucht, um ein Gefühl für ihren Stil zu bekommen. Und alle waren überzeugt: Das ist doch nichts Besonderes, das macht doch jeder!

Aber das stimmt nicht. Es ist ein Irrtum, dass Dinge, die für uns selbstverständlich sind, es auch für alle anderen sind. Und es ist ein Fehler, unser Wissen, unsere Leistungen und unsere Arbeitsauffassung für so normal zu halten, dass sie keiner Erwähnung bedürfen.
Heben wir also den Deckel und sorgen wir dafür, dass sich das feine Aroma des Besonderen in alle Richtungen entfalten kann!

1 Kommentar

  1. Michael (Baudax)

    Der Beitrag ist Wasser auf meine Mühlen. Ich beschäftige mich permanent damit, (geschäftlich) anders zu sein, als Andere. Wir Menschen sind ja auch nicht gleich, also warum sollten wir alles so machen, wie es Andere machen?
    Auch im Business kein Aufguss sein, nichts Nachgemachtes, Verwechselbares, sondern einfach einiges anders, aber vieles besser machen. Ist nicht leicht, aber ich stimme Birgit Nussbaum zu, das unverwechselbare Aroma, das sich dann entfaltet, riecht verflixt gut!

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