Bittere Liebe

Heute habe ich wieder einen interessanten Gastbeitrag für die Weihnachts-Blogparade „Mehr Würze ins Marketing!“ für euch. Über „Bittere Liebe“ hat Steffen Henkel sich ein paar Gedanken gemacht – vielen Dank!

Thema „Bittere Liebe“ und Marketing – wie kommt das zusammen? Mir ist eigentlich gleich etwas dazu eingefallen. Vielleicht gelingt es mir ja, mit diesem kurzen Blogbeitrag die Sache auf den Punkt zu bringen:

Stellen Sie sich vor, sie sind verliebt, besser: so richtig verknallt. Vor Ihnen steht Ihr Traumpartner – der/ die die Gefühle natürlich mit Ihnen teilt – es ist ja eine schöne Vorstellung. Sie werden nun gefragt: Was ist eigentlich Dein Typ? Auf welche Haarfarbe stehst Du?

Ich glaube, man tut dann gut daran, die Haarfarbe zu nennen, nach dessen Herz es einem da gerade drängt. Nicht aus opportunistischen Gründen, sondern weil es gerade ja auch so ist. Und weil man damit gleichzeitig eine „Werbebotschaft“ abschicken kann. Wenn man dann ganz unbestimmt antwortet: „Ach, ich mag eigentlich alles…“ klingt das nicht nach „werben“. Die Liebe zu allen Haarfarben schmeckt dann ein wenig bitter – selbst wenn man die Wahrheit gesagt hat.

Man(n) warb jedoch eher in alten Zeiten um einen Menschen, wenn es um Herzensangelegenheiten ging. Heute ist das Wort „werben“ kommerzieller in Verwendung. Und doch passt es:

Genau so wie in dem Beispiel ist es auch mit anderen Dingen: Wir haben unsere liebgewonnen Stärken, Erfahrungen und die vielen Dinge, die wir schon in unserem Leben gemacht haben. Zu Recht sind wir stolz auf die große Unterschiedlichkeit der Kunden, der Ansprechpartner, der Tätigkeiten und gelösten Aufgaben. Und so stellen wir diese Vielfalt in uns gerne nach Außen dar.

Bemerkbar wird das immer, wenn man mal wieder ein Profil von sich erstellt und dieses – sehr ungern – um für eine Aufgabe unrelevante Bestandteile kürzen soll. Oder wenn wir als FreiberuflerInnen über eine Infobroschüre oder ähnliches Material zu unseren Dienstleistungen nachdenken. Am liebsten beschreiben wir all die unterschiedlichen Dinge die uns ans Herz gewachsen sind und die uns ausmachen.

Und hier beginnt die bittere Seite der Liebe: wir hängen so sehr an uns, dass wir am liebsten immer alles deutlich sichtbar vor uns her tragen. Das Ergebnis ist für einen Außenstehenden (= potentieller Kunde) dann ein unübersichtliches Sammelsurium an „Kompetenzen“. Wir selbst wissen, wenn wir auf der Kundenseite stehen, wie wirr das klingt: wenig vertrauenerweckend – um es einmal ganz deutlich zu sagen.
Und so ist es eine bittere Liebe – zumindest wenn es darum geht, für eine Zielgruppe attraktiv zu sein … egal um welche Zielgruppe es sich handelt.

Es spricht viel mehr an, genau auf die passende Haarfarbe, hier: den benötigten Bedarf, angesprochen zu werden. Dazu ist es natürlich notwendig mehr über den Kunden zu wissen. So wird aus der bitteren Liebe leicht eine süße Liebe:
1. Die Kunden/ Den Kunden kennen
2. Ihre/ Seine Probleme kennen
3. Die passende – und zwar im ersten Schritt, ausschließlich diese – Antwort geben

Einfach, oder? Und süß. Und vielleicht auch viele Jahre lang – dann wahrscheinlich mit allen unseren Vorzügen.

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