Ich bin ja absolut dagegen, den so genannten Schweinehund zu bekämpfen. Weniger aus ethischen, sondern aus ganz pragmatischen Überlegungen: Weil ja völlig klar ist, dass er sich wehrt, wenn er angegriffen wird – und dann noch mehr Aufmerksamkeit braucht. Deshalb habe ich in diesem Artikel ein paar Ideen zusammengetragen, wie du eine friedliche Koexistenz mit deinem Schweinehund erreichen kannst.
Dabei fahre ich vor allem eine Deeskalationsstrategie und gönne ihm ein ruhiges Plätzchen, wo er es sich gemütlich machen kann. Ab und zu füttere ich ihn mit Leckerchen, und er bekommt seine regelmäßigen Streicheleinheiten.
So besänftigst du deinen Schweinehund
Mach dir klar, dass dein Schweinehund nur einer deiner Persönlichkeitsanteile ist. Wenn du also gegen ihn kämpfst, bekämpfst du damit tatsächlich dich selbst, und dabei gibt es logischerweise nur Verlierer. Viel besser: Verbünde dich doch einfach mit ihm. Das geht zum Beispiel so:
- Genehmige dir regelmäßige Auszeiten: im Café eine Stunde in einer „verbotenen“ Frauenzeitschrift oder einem schönen Roman schmökern. Bügeln und dabei einen spannenden Podcast hören. Mit dem besten Kumpel Fußball gucken. Danach geht es mit frischer Energie zurück an die Arbeit.
- Belohne dich: Wenn du eine anspruchsvolle Aufgabe erfolgreich bewältigt hast, erlaube dir, darauf stolz zu sein. Erzähle es dem nächstbesten Anrufer, poste es auf deinem Blog oder auf Social Media oder erzähle von deinem Erfolgserlebnis in deinem Newsletter. Eigenlob stimmt!
- Verschaffe dir ausreichend Auslauf. Einmal am Tag braucht jeder Schweinehund Bewegung. Erledige deinen Einkauf doch mal zu Fuß oder per Fahrrad. Lege 10 Minuten Qi Gong ein oder tanze ausgelassen zum deinem aktuellen Lieblingssong. Das bringt den Kreislauf auf Trab und die Gehirnzellen in Schwung. Und ganz nebenbei den Schweinehund zur Ruhe.
- Spiele eine Runde. Oft ist der Schweinehund nämlich dein inneres Spielkind – in Verkleidung. Wenn du Lust auf Blödsinn hast, albern sein willst und endlich mal nicht respektabel, dann spinne doch drauflos. Der Schweinehund liebt Herumtollen und Ausgelassensein und ist danach auch wieder leichter zu bändigen.
- Schütte deine Gedanken auf Papier. Alles, was dich gerade innerlich beschäftigt und daran hindert, das zu tun, was du eigentlich tun solltest oder willst, und was der Schweinehund gerade nicht zulassen möchte. Raus damit. Schreib es auf. Dann ist der Kopf wieder leer genug für produktive Gedanken – und der Schweinehund nimmt eine Auszeit.
Das passiert, wenn dein Schweinehund dein bester Freund wird
Auf diese Weise in Kontakt zu kommen mit deinem Schweinehund, hat eine Menge positiver Auswirkungen:
- Mehr Energie: Gegen etwas zu kämpfen bedeutet immer einen hohen Energieaufwand. Wenn du aufhörst zu kämpfen, kannst du deine Energie für andere Dinge nutzen, die dir wahrscheinlich mehr Nutzen bringen.
- Mehr Zufriedenheit: Je besser es dir gelingt, deinen Schweinehund zu akzeptieren und zu integrieren, desto entspannter und damit zufriedener wirst du. Du erfährst mehr Ausgeglichenheit in deinem Leben, und das fühlt sich einfach gut an.
- Mehr Fokus: Wenn du deine Aufmerksamkeit nicht mehr ständig darauf richten musst, wie du disziplinierter und motivierter werden kannst, gelingt es viel besser, dich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind. Du lässt dich weniger leicht ablenken und bleibst bei der Sache.
Eigentlich cool, oder? Aber natürlich leichter gesagt als getan.
Übung ist der Gamechanger
Hörst du schon wieder diese innere Stimme sagen:
„Ja, ja, klingt alles super, aber ich schaffe das sowieso wieder nicht!“
Tja, dann bist du deinem Schweinehund mal wieder auf den Leim gegangen. Ist ja klar, dass der sich nicht so mir nichts, dir nichts verabschiedet oder andere Aufgaben übernimmt. Es liegt an dir, ihm das leichter zu machen. Und da hilft dann tatsächlich nur eins:
Immer wieder üben, zurück auf die Trainingsmatte. Je öfter du eine der oben genannten Strategie anwendest, umso leichter wird es dir beim nächsten Mal fallen. Zwischendurch wirst du wieder vergessen, dass da doch was war, was du dir vorgenommen hattest … Völlig ok, solange du nicht anfängst, dich selbst dafür zu beschimpfen, sondern einfach wieder neu einsteigst. Mit der Zeit wird es leichter. Du darfst aber geduldig mit dir und deinem Schweinehund sein.
Wie geht es dir zurzeit mit deinem Schweinehund? Ich freu mich über deinen Kommentar!
Ha, das ist sehr gut!
Ich habe meinen Schweinehund heute morgen gekrault, indem ich erstmal eine Runde in einem Roman gelesen habe, bevor ich angefangen habe zu arbeiten.
Wenn’s ganz blöd läuft, ist eine heiße Dusche ein gutes Mittel um schnell abzuspannen – dabei fließen auch die Gedanken schneller!
Und, das wichtigste Überhaupt: Wenn man im Homeoffice arbeitet, sollte man morgens trotzdem ins Büro gehen. Jacke über, raus vor die Tür und mindestens 15 Minuten um den Block. Beugt auch Rückenschmerzen vor…
Gruß, Britta
Hey Britta, danke! Die Idee, auch mit Homeoffice ins Büro zu gehen, finde ich genial. Ob ich das jeden Tag umsetzen werde, ist die zweite Frage, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
Ja, das ist ja wirklich eine schöne Synchronzität…
Also, ich mag ja den Begriff „Schweinehund“ nicht – vielleicht auch aus der Sicht heraus, dass es Teile von uns sind, die alle eine Berechtigung, ein Anliegen haben – dem wir zuhören sollten, mit dem wir verhandeln können, woraus wir lernen können – ach, das ist jetzt alles viel zu kopfig .
Jedenfalls mochte ich den Begriff noch nie (und ich mache ja auch Seminare zum Thema „Motivation“, wo er auch Thema ist). Und diese ganzen Bücherserien mit Günther…naja
Schöne Grüße
Grüß Sie Frau Liebmann,
hypnotisieren Sie doch einfach Ihren Schweinehund! Nehmen Sie eine Münchner Weißwurscht in die rechte Hand. Bewegen Sie diese Weißwurschthand erst langsam nach rechts, dann wieder nach links. Machen Sie das solange, bis der Schweinehund einschläft – oder Ihre Hand.
🙂
Auf Wiedersehen, -hören, -lesen
herzlichst aus Nürnberg
Guenther P. Mairoth
Vorsprung für Ihr Direktmarketing –> http://www.mairoth.com
Hallo Herr Mairoth, das muss der Franke in Ihnen sein mit der Weißwurscht. Ich konnte mich dafür ja noch nie erwärmen ;-). Haben Sie das Experiment schon mal am eigenen Leib durchgeführt? Das hätte ich gern gesehen…!
Der Schuss ging daneben, liebe Frau Liebmann,
denn Guenther P. Mairoth ist kein Franke, auch wenn er in Nürnberg lebt.
Ich bestätige Ihnen höchstpersönlich, dass ich echter Bayer bin.
Das unterscheidet sich schon beim Begriff „Wurst“:
Der Franke sagt: „Wörschtla“, „Woarscht“ und so weiter.
Der Baier hingegen spricht „Wurscht“ – einfach weil’s ihm wurscht ist, wie er Wurscht auspricht – Hauptsach‘, die schmeckt.
Auf Wiedersehen, -hören, -lesen
herzlichst aus Nürnberg
Guenther P. Mairoth
Vorsprung für Ihr Direktmarketing –> http://www.mairoth.com
Hallo meine Lieben,
immer soll ich an allem Schuld sein, dabei bin ich doch nur euer Gewissen. (Wie Engelchen und Teufelchen) Ich sorge ja auch dafür, dass wenn Ihr die eine Seite von mir besiegt habt, die andere Seite euch eine Belohnung zukommen lässt!
Belohnung muss sein, ODER???
Seht mich erst mal auf meiner Homepage unter:
http://www.bribero-inspirations.com an,
bevor Ihr mich vorab verurteilt!!!
Also nehmt die Tipps von Frau Liebmann ernst, Sie stimmen!!!