Unternehmer*in sein: Interview mit Marit Alke

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Marit Alke ist mir vor einigen Jahren erstmals aufgefallen, als sie begann, sich über ihr Blog und Gratis-Webinare ihr Business aufzubauen – was sie seitdem in bewundernswerter Konsequenz und mit großem Erfolg getan hat. Auf ihrer Seite coachingprodukte-entwickeln.de bietet sie viel Know-how und Inspiration für Coaches und Berater, die sich online ein Zusatz-Standbein aufbauen möchten. Ich schätze ganz besonders ihre natürliche Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit, und deshalb freue mich besonders, dass sie bei dieser Interview-Reihe mitmacht. Ihre Aussagen sind echte Mutmacher für alle, die noch zögern beim Thema „Skalierbarkeit“.

Freizügig Wissen geben und eine Community aufbauen

Foto: Stephan Albrecht

Foto: Stephan Albrecht

Wenn du dein Selbstbild als Unternehmer*in beschreibst: Wie sieht das aus, und was gehört alles dazu für dich?

Ich sehe mich als Solopreneur, also als Einzelunternehmerin, die ein skalierbares – also trotz gleichbleibender Arbeitszeit wachsendes – Unternehmen aufbaut. Das tue ich, indem ich bis auf wenige Ausnahmen keine Honorararbeit mehr mache, sondern ausschließlich in meinen Online-Programmen und Onlinekursen für Kunden unterstützend zur Verfügung stehe. Alles, was ich neu anfange, klopfe ich ausführlich darauf ab, ob es langfristig Bestand hat und ob es dazu beiträgt, bleibende Werte zu schaffen. Aber da das Bestehende so gut funktioniert, füge ich momentan nur wenig Neues hinzu :o)

Das absolut geniale an meinem Geschäftsmodell ist, dass ich mit vollen Händen kostenlos mein Wissen geben darf und eine tierische Freude daran habe, in so großem Stil Menschen positiv beeinflussen zu können – und trotzdem (nein: deswegen!) dieses Jahr wahrscheinlich einen sechsstelligen oder fast sechsstelligen Umsatz machen werde.
Ach ja – und es gehört noch dazu, dass ich konsequent das tue, was mir Freude macht und meiner Begeisterung entspricht. Es kommt oft vor, dass ich morgens mit einem Lächeln im Gesicht aufwache, weil ich mich auf meine Arbeitszeit freue.

Welche deiner Eigenschaften hältst du für unverzichtbar, bezogen auf deinen unternehmerischen Erfolg?

Zu allererst der Freiheitsdrang. Ich war kaum wenige Wochen in meiner Ausbildung in einem (damals) angesehenen Hamburger Zeitschriftenverlag – da spürte ich schon, wie mich die Fesseln einengen und wie sehr mich das stört, dass mir andere sagen, was ich zu tun habe. Dieser Drang, meine Zeit „sinnvoll“ zu nutzen und vor allem meine Freiräume haben zu können UND einen Beitrag zu leisten und zu verdienen – das ist mein stärkster Antreiber.

Dann die Kombination aus unternehmerischem Denken und der Freude daran, Gutes in die Welt zu bringen. Immer im Blick zu haben, dass mein Unternehmen nachhaltig bestehen soll und ich langfristige Kundenbeziehungen und Beziehungen zu meiner großen Online-Community brauche – um einen guten Beitrag für die Welt zu leisten und gleichzeitig eben auch gut davon leben zu können. Allzu oft sehe ich bei anderen Selbständigen, dass sie entweder nur auf das Geldverdienen aus sind – oder eben vor lauter „Helfen-wollen“ selbst kaum überleben können.

Und zu guter Letzt, nicht weniger wichtig, die Fähigkeit, dranzubleiben (auch wenn’s mal schwierig oder zäher wird). Sehr viele Selbständige springen viel zu schnell von einer Idee zur nächsten – dabei braucht alles seine Zeit zu reifen und zu wachsen. Auf diese Weise nehme ich das volle Potenzial eines einmal erstellen Kurses / Produktes mit.

Wenn du mal zurückblickst: Aus welcher Erfahrung hast du am meisten gelernt für dein unternehmerisches Leben?

Das kann ich so punktuell gar nicht sagen. Als ich noch als Beraterin für Unternehmen gearbeitet habe und versuchte, Aufträge für Blended-Learning-Programme zu erhalten, habe ich zweimal erlebt, wie unangemessen und wenig wertschätzend dort mit selbständigen Dienstleistern umgegangen wird. Klar, da war ich auch selbst mit dran beteiligt, durch geringes Selbstbewusstsein oder wodurch auch immer – aber beim zweiten unangenehmen Erlebnis mit Personalentwicklungs-Abteilungen wurde mir klar, dass ich das so nicht mehr will. Daher mein Drang, unabhängig von Unternehmen arbeiten zu können.

Und seit ich mit meine Online-Business gestartet bin (für mich ist das der Zeitpunkt meines Blogstarts) lerne ich unglaublich viel durch den Austausch mit anderen Online-Unternehmern und deren Strategien, Fragen, Erlebnissen usw. Und ich lerne auch viel, indem ich anderen folge, deren Podcasts höre oder Webinare besuche – das sind dann vor allem amerikanische „Mentoren“.

Was bedeutet „Scheitern“ für dich?

Scheitern bedeutet, wenn man aufgibt und keinen neuen Versuch startet – obwohl man eigentlich gerne weitermachen würde. Ein einzelner Misserfolg – immer gemessen an den eigenen Erwartungen – sollte eben nicht der Grund dafür sein, dass man es nicht noch einmal versucht.

Was möchtest du mit deinem Unternehmen der Welt geben?

Ich wusste schon mit 17, dass ich gerne dafür sorgen möchte, dass das „gute Wissen“ aus den Selbsthilfebüchern (die damals, Anfang der 90er in Mode waren) besser zu denen kommt, die es brauchen (damals waren das für mich die „grauen Herren“, die arbeitenden Väter um mich herum). Natürlich war mir nicht ganz klar, wie das gehen sollte, aber ich glaubte, als Trainer würde man eben das viele „gute Wissen“ denen vermitteln, die es wirklich brauchen. Also steht in meinem Abi-Buch über mich: „Marit will Management-Trainerin werden“. *lach*

Heute tue ich genau das – aber in einer Form, die tausendfach effektiver ist als das, was ich mir damals ausmalen konnte: Ich helfe denen mit dem „guten Wissen“ dabei, wirkungsvolle Angebote an diejenigen zu machen, die es brauchen. Nämlich in Form von Onlinekursen. Dabei denke ich übrigens nicht an diese automatisierten Video-Kurse, die sowieso kaum einer bis zu Ende durcharbeitet – sondern um lebendige Gruppen- oder auch Einzelprozesse, bei denen der Kunde über Online-Medien und Online-Kommunikationskanäle in seinem Vorankommen unterstützt wird.

Welche Art von Marketing machst du für dein Unternehmen und deine Angebote?

Ich teile mein Wissen freizügig mit allen, die daran interessiert sind – über meinen Podcast (Online-Business Lounge) und meinen Blog (coachingprodukte-entwickeln.de), über meine kostenlosen Webinare und auch über Social Media. Das hat mir im Laufe der Zeit eine tolle, sehr treue und wachsende Community gebracht, von denen dann genügend Leute sich in meinem Flagschiff-Programm „Mein erster Onlinekurs“ begleiten lassen wollen, wenn der zweimal im Jahr seine Pforten öffnet. Meine Email-Liste spielt eine große Rolle bei dieser Form des Marketing – denn meine kostenpflichtigen Angebote teile ich fast ausschließlich mit meinen Abonnenten. Nur selten bekommt „die Öffentlichkeit“ den Link zu meinen Verkaufsseiten zu sehen.

Wie würdest du dein Verhältnis zu Geld beschreiben?

Ganz entspannt. Es ist immer genug da, ich brauche nicht viel zum glücklich sein und wir verdienen mehr als genug, mein Mann und ich. Was nicht heisst, dass wir in Geld schwimmen – es ist halt einfach für unseren Lebensstil mit unseren zwei Kindern immer genug da.  Entsprechend bin ich manchmal fast zu luschig damit, muss ich gestehen. Mir reicht es zu wissen, dass alles im Fluss ist und ich kenne nur zum Ende des Jahres meine tatsächlichen Umsätze und Gewinne.

Welche Routinen helfen dir bei deinem Workflow, und welche Tools setzt du dafür am liebsten ein?

Ich gestehe, dass ich nicht immer ganz diszipliniert arbeite – und ich selbst halte mich für einen eher unproduktiven Menschen. Zum Glück ist mein Businessmodell ideal für mich, weil ich nur phasenweise sehr viel zu tun habe und ja fast überhaupt keine Termine meine Glückseligkeit unterbrechen. :o) Von außen bekomme ich oft zu hören, wie unglaublich produktiv ich doch bin – soviel dazu.

In Phasen höherer Arbeitsbelastung – kurz bevor ein Programm startet, während der Launch-Phasen und wenn ich einen neuen Kurs entwickle – bin ich sehr konsequent. Sobald die Kinder in Schule und Kindergarten sind, lege ich los mit dem Arbeiten, mache mittags einen schnellen Spaziergang und arbeite weiter, bis ich sie wieder abholen muss. Ich nutze während dieser Phasen Tools, mit denen ich Facebook, Twitter und Email blocken kann, damit ich nicht abschweife. Ich nutze dafür Wastenotime. Ansonsten gibt es keine Tools – außer hin und wieder meiner Eieruhr.

Wie schaltest du ab und entspannst dich am besten?

Beim Lego-Bauen mit meinen Jungs und durch Bewegung an der frischen Luft, z.B. mit dem Fahrrad.

Vielen Dank, liebe Marit, für deine offenen Antworten. Ich glaube, dein Businessmodell ist auch für andere sehr interessant, und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg damit.

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