Trend-Trüffel im Weiterbildungsmarkt aufspüren

Viele Coaches, Berater und Trainer schmoren meiner Erfahrung nach lange im eigenen Saft. Sie lernen bestimmte Methoden und Techniken, von denen sie überzeugt sind und die sie gerne und auch gut anwenden. Doch leider reicht es in unserem Business nicht (mehr), sich auf einmal gelernten Tools auszuruhen. Diese Erkenntnis mussten beispielsweise viele Trainer machen, die den Trend zum E-Learning in manchen Bereichen im wahrsten Sinne des Wortes „verschlafen“ haben. Auch wer sich nicht frühzeitig mit den sozialen Medien und ihren Möglichkeiten auseinander gesetzt hatte, ist nun im Nachteil gegenüber Kolleginnen und Kollegen, die sich ganz natürlich auf dieser Spielwiese bewegen und sie für ihr Business einsetzen.

tree-frogs-517346_1280Diese Beispiele zeigen, wie wichtig es sein kann, das gesamte Umfeld, in dem wir uns täglich bewegen, im Auge zu behalten. Das betrifft gesamtgesellschaftliche Entwicklungen ebenso wie Innovationen in der Branche, in der du vorwiegend arbeitest, denn auch diese können großen Einfluss darauf haben, in welcher Weise du deine Angebote modifizierst oder neu gestaltest.

Momentan gewinnt beispielsweise der Trend „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ rasant an Fahrt, was vor ein paar Jahren jedoch erst wenige erkannten. Diese Trainer haben jetzt einen Erfahrungsvorsprung gegenüber anderen, die erst später auf den bereits rollenden Zug aufgesprungen sind. Erkennbar ist das an der inzwischen kaum noch überschaubaren Menge an Angeboten rund um die Burnout-Prophylaxe. Wer diesen Trend frühzeitig erkannt und aufgegriffen hat und die Wirksamkeit seiner Angebote inzwischen auch mit Zahlen unterfüttern kann, wird gegenüber Newcomern auf dem Markt stets die Nase vorn haben.

Das muss nicht heißen, dass du gar keine Chance hast, wenn du dich ebenfalls in diesem Bereich aufstellen willst. Es bedeutet allerdings, dass du noch intensiver nach Möglichkeiten suchen musst, wie und wo du dein Angebot platzierst, und wie du es gegebenenfalls mit anderen Angeboten sinnvoll kombinierst, um für deine Kunden noch größeren Nutzen zu schaffen.

Dein Trend-Barometer

Zunächst einmal solltest du also diejenigen Trends identifizieren, die unter Umständen Einfluss auf dein Business nehmen könnten. Dabei gilt es folgende Bereiche abzudecken:

  1. Deine eigene Branche (Weiterbildung, Consulting, etc.)
    Der Beratungsmarkt als solcher boomt, doch nur einer von acht Coaches erwirtschaftet komfortable Umsätze. Das liegt auch daran, dass die Branche sich nur widerwillig auf neue Trends eingestellt hat. Wo sehen Experten für die nächsten Jahre Entwicklungspotenzial, und wie kannst du diese Erkenntnisse für dein eigenes Business nutzen?
  2. Die Branche(n) deiner Kunden
    Auch deine Kunden bewegen sich in einem sich entwickelnden Markt, der neue Chancen bringt, aber auch Gefahren birgt. Je besser du darauf vorbereitet bist und neue Lösungen und Angebote für deine Kunden bereit stellst, umso zielgerichteter kannst du diese ansprechen und für dich gewinnen.
  3. Technologische Innovationen
    Viele Coaches, Trainer und Berater stehen technologischen Entwicklungen eher skeptisch gegenüber. Wie kannst du das ggf. als Vorteil nutzen? Welche Innovationen in diesem Bereich lassen sich für dein Business adaptieren und erleichtern dir möglicherweise deine Arbeit? Was davon kannst du deinen Kunden anbieten?
  4. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen
    Die Frauenquote ist ebenso ein gesamtgesellschaftlich relevanter Trend wie das Misstrauen gegenüber etablierten Parteien und den Medien, oder der Lifestyle of Health and Sustainability, kurz LOHAS. Was bedeutet das für dich als Anbieter von Coaching, Training und Beratung? Wie kannst du durch deine spezifischen Angebote positiven Einfluss nehmen?
  5. Spirituelle Evolution
    Spiritualität ist ein großer Trend und ein weites Feld. Die Globalisierung hat unter anderem mit sich gebracht, dass jeder sich seine ganz eigene spirituelle Ausrichtung „basteln“ kann. Inwiefern macht sich das auch in deinem Business bemerkbar?

Gib spaßeshalber in deiner Suchmaschine einmal „Trendstudien“ als Suchbegriff ein. Du wirst überrascht sein, welche Schätze du in einer halbstündigen Recherche auf diese Weise fördern kannst. Viele Unternehmen und Beratungsfirmen im Bereich Zukunfts- und Trendforschung stellen ihre Studien ganz oder teilweise zum kostenfreien Download zur Verfügung oder fassen ihre Kernaussagen in Fachartikeln zusammen. Wähle aus diesem Material zwei bis drei Bereiche aus, mit denen du dich etwas umfassender beschäftigst und plane dafür einen halben Arbeitstag ein.

Arbeite die für dich interessanten Studien unter folgenden Fragestellungen durch:

  • Was bedeutet das konkret für meine Kunden? Welche Gefahren und welche Chancen liegen in den angesprochenen Entwicklungen? Versuche, deine Erkenntnisse so konkret wie möglich zu fassen.
  • Welche Auswirkungen hat das auf mein Angebot? Was kann ich tun, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen?
    • Welche innovativen Ideen für meine eigenen Angebote kann ich aus den Erkenntnissen der Zukunftsforscher ziehen?
    • In welcher Weise kann ich meine Leistungen anders platzieren, meine Angebote in anderen Medien präsentieren oder miteinander kombinieren?
    • Kann ich ggf. neue Kundengruppen adressieren? Oder im Gegenteil mich noch stärker auf eine Erfolg versprechende Nische konzentrieren?

Ausgehend von den so gewonnenen Erkenntnissen kannst du deine Marktforschung in eigener Sache ausweiten und eine Umfrage erstellen, um von deinen Wunschkunden noch präzisere Aussagen zu den jeweiligen Themen zu erhalten. Alternativ kannst du einzelne Kunden auch um ein Interview bitten. Als Begründung gibst du einfach an, dass du deine Angebote noch zielgenauer auf deine Kunden abstimmen möchtest, so dass du auch in Zukunft gute Arbeit leisten kannst. Du wirst feststellen, dass die meisten Kunden gerne bereit sind, Auskunft zu geben, denn auch ihnen ist ja daran gelegen, dass ihre Berater einen guten Job machen. Die meisten fühlen sich geschmeichelt, wenn sie um ihre Meinung gebeten werden.

So könntest du deine Kunden beispielsweise fragen, inwieweit Trend X ihr derzeitiges Marketing beeinflusst, oder ob Trend Y bereits Auswirkungen auf ihre Personalpolitik hat. Versuch auch hier, möglichst konkrete Antworten zu erhalten. Je unmissverständlicher die Aussagen sind, umso mehr Nutzen ziehst du aus der Auswertung, weil du im nächsten Schritt überlegen kannst, wie du deinen Kunden noch bessere Lösungen für ihre Probleme bietest.

Na, hast du ein paar Trend-Trüffel aufspüren können, die für dein Business Bedeutung haben? Ich freu mich über deine Anmerkungen in den Kommentaren.

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