Heide Liebmann, Potenzialdetektivin für Multitalente, präsentiert einen bunten Blumenstrauß mit Fun Facts über Multitalente

Fun Facts über Multitalente

Wetten, dass du in diesem Artikel ein paar Fun Facts über Multitalente findest, die neu für dich sind? So ging es mir jedenfalls schon bei der Recherche. Im Grunde ist es natürlich gar nicht verwunderlich, dass es so viel Wissenswertes gibt über uns, eher wäre das Gegenteil überraschend.

Ich verrate dir, woher der Begriff „Multitalent“ eigentlich kommt und welche Synonyme es dafür gibt. Außerdem habe ich ein paar moderne Multitalente für dich aufgestöbert und Fachliteratur zusammengestellt. Und zuletzt erwarten dich noch ein paar Literaturtipps mit Protagonist*innen, die zumindest verschiedene Talente aufweisen.

Multitalent: Herkunft und Synonyme

  • „Multitalent“ ist eine deutsche Wortschöpfung aus lateinisch „multi“ (viel) und „Talent“. Das war übrigens ursprünglich eine antike Gewichts- bzw. Geldeinheit. Erst durch das biblische Gleichnis von den anvertrauten Talenten hat es seine heutige Bedeutung „Begabung“ erhalten. Spannend, oder? 
  • Im Englischen ist „talent“ seit dem 16., im Französischen seit dem 17. Jahrhundert im Sinne von Begabung belegt und kam auf diesem Umweg auch ins Deutsche. 
  • Das Wort „Tausendsassa“, das häufig als Synonym genutzt wird, entstand bereits im 18. Jahrhundert als Verstärkung des Hetzrufs „sa sa!“ für Jagdhunde, vermutlich aus dem Französischen „ça“ („das“). Wörtlich würde das also so viel heißen wie „tausend dies und das“. Ich liebe solche witzigen kleinen Details! 
  • Auf Englisch gibt es das Adjektiv „multitalented“ erst viel später: Der früheste belegte Gebrauch stammt laut Oxford English Dictionary aus dem Jahr 1963.
  • Emilie Wapnick prägte in ihrem TED-Talk „Why some of us don’t have one true calling“ 2015 den Begriff „multipotentialite“. Ich persönlich mag den Begriff nicht so sehr, ich finde ihn sperrig. Aber der Vortrag ist wirklich sehenswert und wurde bereits über 9 Millionen Mal angesehen. 
  • Und dann natürlich Barbara Sher, die Grand Old Dame der Vielseitigkeit, die leider 2020 verstorben ist. Sie erfand den Begriff „Scanner“(-Persönlichkeit) für vielseitig begabte Menschen.
  • Es gibt viele Synonyme für Multitalente. Dazu zählen zum Beispiel Alleskönner, Allrounder, Generalist, Tausendsassa, Universalgenie, Universalspezialist, Universaltalent sowie umgangssprachlich „Hansdampf in allen Gassen“, „Mann/Frau für alle Fälle“ und, besonders charmant, wie ich finde, österreichisch „Wunderwuzzi“ 😀. International gibt es noch weitere Begriffe: Polymath, Renaissance Person, Slasher, Multipassionate. Was gefällt dir am besten?
  • Emily Wapnick behauptet, dass sich 10-15 % der Bevölkerung als Multipotentialite identifizieren. Das lässt sich schwer belegen, aber meine Erfahrung zeigt, dass wir wirklich nicht wenige sind!

Moderne Multitalente

Gerade wir Multitalente können ja Vorbilder brauchen, weil uns so oft erzählt wird, man müsse sich spezialisieren, um erfolgreich werden zu können. Es gibt aber eine Menge richtig coole Leute, die in mehreren Disziplinen Erstaunliches geleistet und erreicht haben. Ein paar davon stelle ich dir hier vor:

  • Peter Ustinov, den ich sowohl als Schauspieler als auch als Schriftsteller sehr geliebt habe, war außerdem auch Regisseur, Bühnenautor und zuletzt Diplomat für UNICEF.
  • Hedy Lamarr war vor allem bekannt als Hollywood-Star der 40er. Dass sie auch als Erfinderin aktiv war, habe ich erst vor wenigen Jahren erfahren: Sie entwickelte ein Frequenzsprungverfahren, das zur Grundlage moderner WLAN- und Bluetooth-Technik wurde. So cool!
  • Anke Engelke kennst du bestimmt als Komikerin, Schauspielerin und Moderatorin. Sie ist auch als Synchronsprecherin tätig, u. a.  als die deutsche Stimme von Marge Simpson und von Dorie aus „Findet Nemo“. Als Sängerin tourt sie bis heute mit einer Soul-Band.
  • Petr Čech (Welttorhüter, Chelsea/Arsenal) wurde nach dem Karriereende mit Anfang 40 Eishockey-Torwart, u. a. beim britischen Meister Belfast Giants und ist außerdem ein leidenschaftlicher Schlagzeuger. Seine YouTube-Coverversionen haben teils über eine Million Aufrufe, und er nahm mit Roger Taylor von Queen eine Single auf. Außerdem organisiert er in Tschechien auch noch Radrennen. Mehr Multitalent geht ja kaum 😅.
  • Maria Furtwängler war approbierte Ärztin, bevor sie als Tatort-Kommissarin bekannt wurde. Heute engagiert sie sich zusätzlich als Stiftungsgründerin und Aktivistin für Frauen in den Medien (MaLisa-Stiftung).
  • Aya Jaff ist Programmiererin, Gründerin und Keynote-Speakerin, die als CTO eines der größten Social-Trading-Börsenspiele (Tradity) entwickelte. Mit ihrem Buch „Moneymakers“ gelang ihr 2020 ein Bestseller. Und als Host der ARD-Sendung „How to get rich, Aya?“ wurde sie dann noch bekannter. 
  • Nia Künzer war Frauen-WM-Siegerin 2003 mit ihrem „Golden Goal“. Sie ist zudem Diplom-Pädagogin, war jahrelang ARD-Expertin und leitete als Dezernatsleiterin im Regierungspräsidium Gießen den Bereich Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt, bevor sie 2024 erste DFB-Sportdirektorin für den Frauenfußball wurde. 
  • Danica McKellar wurde als Schauspielerin („Wonder Years“) bekannt und studierte dann Mathematik. Schon als als Studentin war sie an einem tatsächlich publizierten mathematischen Theorem beteiligt (dem Chayes-McKellar-Winn-Theorem). Heute schreibt sie erfolgreiche Mathe-Bücher, die Mädchen die Angst vor dem Fach nehmen sollen.

Fachliteratur zu Multitalenten

Neben den Büchern von Barbara Sher und Emily Wapnick gibt es noch ein paar Publikationen, die für dich interessant sein könnten:

Romane, in denen Multitalente vorkommen

Diese Recherche war gar nicht so einfach, denn kaum ein/e Autor*in macht Multitalente explizit zum Thema. Ein paar Tipps habe ich aber doch für dich:

  • Meg Wolitzer: Die Interessanten (2013, engl. The Interestings). Eine Gruppe hochtalentierter Teenager lernt sich in einem Kunst-Feriencamp kennen. Der Roman verfolgt über Jahrzehnte, was aus all diesen Begabungen wird: Wer sein Talent zum Beruf macht, wer nicht, und was Talent überhaupt wert ist.
  • Gabrielle Zevin: Morgen, morgen und wieder morgen (2022). Sadie und Sam entwerfen gemeinsam Videospiele und verweben dabei Programmierung, Kunst, Erzählung und Design. Der Roman war ein Riesenerfolg. Ich habe ihn auch gelesen und finde ihn unbedingt empfehlenswert.
  • Elizabeth Gilbert: Das Wesen der Dinge und der Liebe (2013, engl. The Signature of All Things). In diesem Roman beschreibt Gilbert das Leben von Alma Whittaker, einer Botanikerin im 19. Jahrhundert mit enzyklopädischem, überbordendem Intellekt. Ich liebe die Bücher von Elisabeth Gilbert grundsätzlich sehr.
  • Kate Atkinson: Die Unvollendete (2013, engl. Life After Life). Ursula Todd lebt ihr Leben immer wieder neu, in verschiedenen Varianten. Das spricht viele von uns besonders an, denke ich: ein Leben voller ungelebter Parallel-Wege. Kate Atkinson ist ebenfalls eine meiner Lieblings-Autorinnen.
  • Patrick Rothfuss: Der Name des Windes (2008, engl. The Name of the Wind). Kvothe, der Protagonist, ist Musiker, Magier, Gelehrter und Schauspieler in einer Person – und außerdem eine der großartigsten Figuren in einem der besten Fantasy-Romane der letzten 25 Jahre, wenn du mich fragst.
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Na, hast du Fun Facts entdeckt, die neu für dich waren? Oder hast du vielleicht weitere Tipps, die diese Liste ergänzen könnten? Dann freue ich mich über deine Hinweise in den Kommentaren!

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In meiner Multi-Potenzial-Post findest du jede Woche weitere Impulse für Multitalente, meine AHA & WOW-Rubrik sowie Lesetipps und mehr in der Rubrik Buch & Bauch.

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