Akquise mit G wie Geschichten

AKQUISE-ALPHABET_neuEs ist Montag – Zeit für den nächsten Buchstaben im Akquisealphabet! Diese Woche beschäftige ich mich mit dem „G“ wie Geschichten. Doch es wären auch andere Themen denkbar: Gratis-Angebote, Garantie, Guerilla-Marketing … Was fällt dir zum Thema G ein, wenn es um Akquise geht? Ich bin gespannt auf deinen Beitrag zur Blogparade!

Wie ich auf meiner allerersten Fernreise meinen Mut entdeckte

Es gibt eine Geschichte, die ich immer wieder erzähle, weil sie für mich so große Bedeutung hat. Vielleicht kennst du sie also bereits. Dann lies einfach unten weiter, wo es darum geht, was diese Geschichte vielleicht mit Akquise zu tun hat.

Als junge Frau habe ich mir das Leben auf vielerlei Ebenen ziemlich schwer gemacht: Mein erstes Studium brach ich nach langem Zögern ab, ich war einige Jahre schwer krank und musste mich mehrmals operieren lassen, und ich wusste lange überhaupt nicht, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen sollte.

Im Grunde war ich ziemlich ängstlich und ließ mich mehr oder weniger treiben. Ich traute mir wenig zu, und selbst als ich nach langem Ringen endlich mein Diplom in der Tasche hatte, fühlte ich mich dem Leben nicht wirklich gewachsen.

Mein Bruder lebte zu dieser Zeit schon einige Jahre in Venezuela, und ich beschloss, ihn für drei Monate zu besuchen. Tatsächlich war das meine allererste Fernreise – und ich war schon 35, als ich im Februar 1999 endlich in den Flieger stieg. Südamerika machte mir ehrlich gesagt etwas Angst, und wenn mein Bruder nicht dort gelebt hätte, wäre ich sicher niemals dorthin geflogen.

Ich weiß noch genau, wie ich ihn an meinem ersten Tag in Mérida, der Hauptstadt der Andenprovinz, fragte, ob ich meine Handtasche mit in die Stadt nehmen könne. Er sah mich erstaunt an und antwortete „Natürlich! Wieso nicht?“ Diese kleine Erinnerung zeigt für mich sehr plastisch, dass ich mir sehr viele Gedanken darüber machte, was vielleicht passieren könnte in diesem großen, unbekannten Land.

Nach und nach entspannte ich mich. Und plötzlich unternahm ich Dinge, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte: Mit einer kleinen Gruppe fuhr ich in die Llanos, die riesige, 300.000 Quadratkilometer große Tiefebene im Herzen des Landes. Dort setzte ich mich – trotz Allergie – auf ein Pferd und erkundete die wunderbare Natur. Wir sahen Capybaras, die niedlichen Wasserschweinchen, die eigentlich große Nager sind, und als Höhepunkt der Tour stöberten wir eine Anaconda auf, die ich tatsächlich anfasste.

 

 

 

 

 

Ich ging fuhr mit der höchsten Seilbahn der Welt auf fast viereinhalb tausend Meter Höhe und wanderte über einen Pass bei etwas über 4000 Meter. Dort bewunderte ich die einzigartige Vegetation – denn in Venezuela wachsen auf dieser Höhe noch Bäume!

 

 

 

 

 

Der absolute Höhepunkt für mich war der Tandemflug mit dem Gleitschirm. Wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, ich glaube, ich hätte laut gelacht. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, wie ich in dem Jeep gelandet bin, der uns über eine sich stetig nach oben schraubende Geröllstraße ohne Geländer, immer nah am Abgrund, zum Absprungpunkt brachte.

Irgendwann war ich so entspannt, dass ich mit einem der kleinen Busse im Land allein unterwegs war, um nach Choroní zu kommen, einem zauberhaften kleinen Ort direkt am karibischen Strand.

Venzuela schenkte mir die Erkenntnis, dass ich viel mutiger war als ich vorher angenommen hatte. Ich glaube, ohne die Erfahrungen, die ich dort machen durfte, hätte ich mich niemals selbstständig gemacht. Und wenn ich heute anderen Menschen helfen kann, ihrerseits ihren Löwenmut zu entdecken, dann hat das ganz viel damit zu tun, dass ich genau weiß, wie sich Angst anfühlt – und dass sie in den allermeisten Fällen „hausgemacht“ ist und wir uns sehr viel mehr zutrauen dürfen als wir oft meinen.

So viel zu meiner Mutmacher-Geschichte.

Akquise mit langfristiger Perspektive

Und was hat das jetzt mit Akquise zu tun? Ich verkaufe dir doch jetzt noch nicht mal ein Mutmacher-Training ;-).

Im Ernst: Wenn du bis hierher gelesen hast, hat meine Geschichte dich wahrscheinlich irgendwo angesprochen. Vielleicht hast du dich wieder erkannt. Vielleicht ist Angst dein ständiger Begleiter und du wärst sie gerne los. Vielleicht erinnerst du dich irgendwann an diese Geschichte und wer sie erzählt hat. Dann, wenn es für dich passt und dran ist.

So gesehen habe ich dir doch etwas verkauft – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung vielleicht, und möglicherweise wissen wir beide irgendwann gar nicht mehr genau, wie du überhaupt auf mich gekommen bist.

Aber Geschichten schlagen manchmal Wurzeln und wirken lange, lange nach. Weil sie etwas in uns berühren und eine Resonanz erzeugen.

Wenn du selbst Geschichten erzählst von dir und deinem Werdegang, von deinen Zweifeln und wie du sie überwunden hast, von Widerständen und Erfolgen, dann legst du damit den Grundstein für eine Beziehung oder baust sie weiter aus. Menschen lieben Geschichten, und als Dienstleister wirst du so einfach viel greifbarer, nahbarer.

Deshalb behaupte ich, dass meine Mutmacher-Geschichte auch Akquise ist, weil sie möglicherweise einen Samen legt, der erst nach und nach wächst. Und sich doch irgendwann „auszahlt“, weil sie zusammen mit anderen Geschichten ein Bild von mir ergibt, so dass du Vertrauen fassen kannst, auch wenn du mich noch nicht persönlich kennst.

Welche Geschichte(n) erzählst du immer wieder, weil sie dir wichtig ist und viel über dich aussagt? Spür dem mal nach – und überlege, ob du sie nicht auch zur Akquise in diesem Sinne einsetzen kannst.

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