Mitmach-Experiment: Aktiviere deinen inneren Coach

Manchmal kommt mir ja mitten in einer Coachingsession plötzlich eine Idee für eine Intervention, die ich so noch nie vorher ausprobiert habe. Inzwischen gebe ich diesen Impulsen meist nach, denn die Ergebnisse sind oft ganz verblüffend und überraschen sowohl mich als auch meine Klienten.

Eine dieser Ideen möchte ich euch vorstellen und euch zugleich einladen, sie direkt mal auszuprobieren – und falls ihr hier teilen wollt, wie es euch damit ergangen ist, freue ich mich natürlich ganz besonders.

Bevor ich erkläre, wie das gehen soll (keine Angst, es ist total easy und unkompliziert), noch ein paar Worte dazu, wieso das wahrscheinlich oft so gut klappt:

Ich gehe als Coach ja grundsätzlich davon aus, dass meine Klienten die Lösung für ihr Problem schon mitbringen. Mein Job ist daher lediglich, ihnen dabei zu helfen, sich selbst auf die Spur zu kommen. Irgendwo in uns drin „wohnt“ unserer eigener innerer Coach, eine Instanz, die gut weiß, was wir gerade brauchen. Nur der Zugang dazu ist manchmal verschüttet.

leaf-117554_1280Mit der folgenden kleinen Übung kannst du dein Gehirn auf Lösungssuche schicken – also deinen inneren Coach ganz einfach aktivieren:

Mach dir bewusst, auf welche Frage du eine Antwort haben möchtest. Formuliere die Frage ganz konkret und aktionsorientiert, also nicht „Wieso geht es mir so schlecht?“, sondern eher „Was kann ich tun, damit es mir besser geht?“ Dann stell dich aufrecht hin, atme ein paar mal tief aus und wieder ein und schließe die Augen. Dann dreh dich langsam um deine Achse und achte darauf, wann aus deinem Innern ein Impuls kommt. Vielleicht wird dir ein bisschen schwindelig, oder du kommst aus dem Tritt, oder vielleicht hörst du etwas im Außen – eigentlich ist es total egal, was du wahrnimmst, aber öffne dann einfach die Augen wieder. Worauf fällt dein Blick als erstes?

Nimm den Gegenstand oder den Blick aus dem Fenster und schau mal, ob du zwischen diesem Ding und deiner Fragestellung eine Verbindung knüpfen kannst, die dich vielleicht auf ganz neue Ideen bringt.

Carlas (Name geändert) Blick fiel auf ein abstraktes Bild an der Wand, das für sie bunte Vielfalt ausdrückte. Die Antwort auf ihre Fragestellung fiel ihr plötzlich leicht: Sie musste dafür sorgen, mehr Abwechslung in ihren Arbeitsalltag zu bekommen. Von diesem Startpunkt aus konnte sie dann ganz konkrete Schritte überlegen, um diesem Ziel näher zu kommen.

Hast du Lust, das auch mal auszuprobieren? Ich bin echt gespannt auf Rückmeldungen!

4 Kommentare

  1. Annette

    Guten Morgen, liebe Frau Liebmann,
    ich habe mich sehr gefreut über dies tolle Übung… sie klingt simpel und mag für manche Menschen banal oder unrealistisch klingen… da ich selbst solche intuitiven Übungen anwende, habe ich diese Ihre Anregung sofort im Selbstversuch ausprobiert :-). Ich habe zwei Fragen gestellt. Bei der ersten habe ich zuerst überlegt, welcher Wohnraum dafür in Frage käme. Impuls: Das Wohnzimmer. Innerer Kritiker: ach joooo, was willst du denn da, ist doch eng und überschaubar. Nicht wirklich spannend…. mein bester Freund wieder :). Ich sagte ihm, dass wir das nun einfach mal ausprobieren. Drehe mich und bemerke, wie ich innerlich den Raum abscanne und mir überlege, welchen Gegenstand ich „WILL“. Diese Schuft, ich werde ihm nächstens den Sheriff-Stern anhängen…. :). Konsequent mache ich aus einem Impuls heraus die Augen auf… die Couch mit ihren riesen Kuschelkissen. „Klar, sag ich doch, langweilig“ – tönt es von tief unten heraus. Ich lächle dankend, spüre einen kleinen Stich und setz mich erst mal und schau in meinen Rechner. Und da: Plötzlich blitzt es in mir laut auf!! Die Antwort heißt, NICHTS AKTIV UNTERNEHMEN, mich gemütlich in Position setzen und in Ruhe das erledigen, was sich mir gerade zeigt. Und genau da passiert das, was ich im Kontakt mit meiner inneren Weisheit kenne: Ein breites Grinsen, ein kleines Herzhüpfen mit dem inneren : JUHU!DAS IST ES!! Oh, wie schön. Die Übung klappt!!… DANKE. Und nun, angefixt von der Freude, muss ich gleich noch eine Frage stellen. Es geht um ein Angebot, das ich demnächst mache in einem Café… ich bin aufgeregt und frage mich, was für mich dort hilfreich ist, wo meine Kraftquelle für ein wunderschönes Angebot liegt… welcher Raum? Die Küche. (Ach jooo… naja, den Sheriff haben Sie ja nun schon kennen gelernt 🙂 ). Ich drehe mich und scanne schon wieder innerlich den Raum… grrrrr….. ich weiß, wo meine Pippi Langstrumpf hängt und „will schon wieder wissen, dass es nur sie sein kann“. Als ich stoppe, zeigt mein Blick auch tatsächlich in diese Richtung. Ein kleiner stumpfer Stich der Enttäuschung… mein Wille braucht doch oft noch Gehör. Ok, also ja, die Richtung stimmt, aber mein Gefühl dazu noch nicht, und das nehme ich ernst… ich erlaube mir, die Pippi anzuschauen und mich zu fragen, wo das Echte liegt. Ich spüre einfach, da fehlt noch was…. und da kommt es wieder… ich erlaube mir, da hinzuschauen, wo mein Blick ehrlichgesagt auch schon streifte… ein Mitbringsel aus Südfrankreich. Eine Zikade aus Ton… auf ihrem Flügel sind zwei Sonnen und eine Eidechse aufgemalt. Die strahlen mich förmlich an!! Und jetzt weiß ich , ich bin fündig: Die Antwort heißt GOMERA! Dort habe ich dieses Jahr bei einem eigenen Seminar eine wundervolle, kreative, spielerische Kraft in mir entfesselt, und an dieses Ritual habe ich mich plötzlich erinnert! Das Strahlen im Gesicht, Herz und Bauch kehrt zurück und ich bin dankbar, glücklich und fühle mich sicher und geborgen….
    Liebe Frau Liebmann, ich hoffe, dass mein kleiner Abenteuerbericht deutlich macht, was unserer inneren Stimme gerne im Weg steht: der bewusste Wille, Verstand oder Vorannahmen. Die innere Stimme ist mein eigenes Steckenpferd geworden und ich möchte allen Lesern Mut machen, sich auf ihre leichte, spielerische Seite einzulassen. Es ist eine wunderbare Kraft, die uns jeden Moment zur Verfügung steht. Ich freue mich und bedanke mich nochmal bei Ihnen, dass sie diese schöne Übung mit uns geteilt haben. Viel Erfolg und von Herzen alles Liebe, Annette Franz

  2. Heide

    Liebe Annette Franz,

    ganz herzlichen Dank für diesen schönen Bericht, der so anschaulich zeigt, welche wertvollen Impulse unserer „innerer Coach“ für uns bereit hält, wenn wir bereit sind, ihm auch mal zuzuhören :-). Klasse!

    Herzliche Grüße und viel Erfolg mit Ihrem Projekt auf Gomera,
    Heide

  3. Ines

    Vielen Dank für die Anregung! Mehr aus Neugier als aus Überzeugung habe ich das Experiment gemacht – und war verblüfft über das Ergebnis. Mein Blick fiel nach der Drehung nämlich auf eine leere Kontoauszugsmappe. Ganz klar, was das für mich bedeutet: Im Zusammenhang mit einer bestimmten Person soll ich zunächst finanzielle Dinge eindeutig klären, dann ergibt sich alles Weitere. Übrigens wusste ich gar nicht, dass diese Mappe da liegt, denn ich hatte keine Brille auf und war einige Meter entfernt. Bewusst konnte ich sie also gar nicht finden. 🙂

  4. Heide

    Liebe Ines,

    danke auch dir für diese schöne Erfolgsgeschichte! Ich bin echt richtig glücklich, dass das kleine Experiment so produktiv gewirkt hat.

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