Warum ein NLP Trainer’s-Training?

Ein Interview mit Robert Reschkowski, Gründer und Leiter von Syntegron

10 Jahre ist meine NLP-Ausbildung jetzt schon her, und ich muss sagen, ich profitiere noch immer von dieser persönlich wie inhaltlich reichen Zeit. Für meine Entwicklung hin zur selbstständigen Unternehmerin im Coachingbereich waren die Erfahrungen und Erkenntnisse dort unverzichtbar. Ich habe die reinsten Quantensprünge in meiner persönlichen Entwicklung erlebt und zum Teil durchlitten 😉 – und wahrscheinlich fühle ich mich auch deshalb dem NLP noch immer sehr verbunden, auch wenn ich schlussendlich doch nicht, wie ursprünglich mal geplant, selbst NLP-Lehrtrainerin geworden bin.

Vielleicht versteht ihr vor diesem Hintergrund, warum ich mich so riesig darüber freue, dass ich dieses Jahr mit meinem damaligen Lehrtrainer und Mentor Robert Reschkowski zusammenarbeiten werde: In seinem NLP Trainer’s Training, das am 4. Mai mit dem ersten Modul startet, werde ich den Bereich Positionierung und Marketing abdecken! Das heißt, ich werde mit den Teilnehmern daran arbeiten, was ihre Angebote sind, für welche Zielgruppen sie diese attraktiv gestalten wollen und wie sie das am besten machen – natürlich immer vor dem Hintergrund meines „Nasenfaktor“-Ansatzes: authentisch und unverwechselbar.

Vielleicht fragt ihr euch gerade, warum ihr so ein NLP Trainer’s Training buchen solltet. Dazu habe ich Robert einige Fragen gestellt, und ich finde seine Antworten wie immer sehr gehaltvoll und spannend. Am liebsten wäre ich ja selbst als Teilnehmerin dabei, aber dieses Jahr klappt das aus terminlichen Gründen nicht. Lest selbst – und meldet euch in Scharen an, es lohnt sich, versprochen!

Robert, nicht alle kennen NLP, das neurolinguistische Programmieren. Kannst du kurz umreißen, was NLP in deinen Augen ausmacht und warum es grundsätzlich vielleicht sinnvoll sein kann für Trainer, sich mit NLP zu beschäftigen?

Das neuro-linguistische Programmieren NLP wurde Anfang der 70er Jahre von John Grinder und Richard Bandler entwickelt. Es handelt sich bei NLP um ein Kommunikationsmodell, das uns zeigt, wie menschliche Erfahrung strukturiert ist. NLP zeigt uns, wie wir selber und unser jeweiliges Gegenüber überhaupt Wirklichkeit über die Sinne wahrnehmen, wie wir die aufgenommenen Signale deuten, Sinnzusammenhänge herstellen und uns die Welt erzählen. Mit diesem Kommunikations-Modell können wir sehr schnell Einblicke bekommen in unsere eigene innere Welt und die der Anderen, und so nachvollziehen, was Menschen glauben tun zu müssen und sein lassen zu können.

Bandler und Grinder untersuchten die Arbeitsweise von drei Therapeuten: Fritz Perls (Gestalttherapie), Virigina Satir (systemische Familientherapie) und Milton Erickson (Hypnotherapie). Die Initialzündung gründete in drei Fragen:

1.Wie kommt es, dass diese drei Therapeuten innerhalb von kürzester Zeit eine vertrauensvolle Beziehung und einen offenen Zugang zu ihren Patienten hatten?

2. Wie stellten sie es an, innerhalb von kürzester Zeit relevante Informationen und Einblick in das Innenleben ihrer Patienten zu bekommen?

3. Und wie waren die Sprachmuster beschaffen, mit denen sie innerhalb kürzester Zeit Blockaden lösen und Veränderungs-Prozesse initiieren konnten?

NLP ist ein ganzheitlich orientiertes, dynamisches Konzept und dreht sich um das Zusammenspiel von Erleben, Denken, Handeln und der Weise wie wir sozial in Beziehung treten. Das sind die vier Säulen des NLP!

  • NLP zielt darauf ab, dass wir unsere innere Verfassung und unser Erleben selbstbestimmter steuern können.
  • NLP zeigt uns, wie unser Denken strukturiert ist.
  • NLP weist Wege, geistig flexibler zu werden.
  • NLP macht uns unsere automatischen Verhaltensmuster bewusst und eröffnet neue Handlungsoptionen und Wahlmöglichkeiten.
  • NLP erweitert unser Selbstbild und unsere sozialen Beziehungsfähigkeiten.

NLP hat seit Beginn in den 70er Jahren sowohl die Bedeutung von Emotionen als auch die Funktion von unbewussten Prozessen für Kognition und Kommunikation erkannt und dem Rechnung getragen durch entsprechende Methoden der Selbst- und Kontakt-Steuerung. Die Hirnforschung hat diese Bedeutung von Emotionen und unbewussten Prozessen längst bestätigen können. Eine wichtige Rolle im NLP-Konzept spielt die nonverbale Kommunikation, da sich durch unsere Körpersprache unterschwellig sowohl Gefühlszustände als auch unsere innere Einstellung ausdrücken. NLP schärft die Wahrnehmung für die Körpersignale, um sie als Erkenntnis- und emotionales Führungs-Instrument präzise nutzen zu können.

Ich denke, aus dem Angeführten sollte schon hervorgehen, warum es grundsätzlich sinnvoll sein kann für Trainer, sich mit NLP zu beschäftigen!

Dann frage ich direkt mal ganz ketzerisch: Warum denn noch ein NLP Trainer’s Training? Davon gibt es doch unzählige am Markt. Was bietet Syntegron, was andere nicht haben?

Viele Interessenten, die an Training und Coaching interessiert sind fragen sich in Anbetracht der Alternativen, Trainer- oder Coach-Ausbildung, in welche Richtung sie denn nun gehen sollen. Unser Ansatz trägt einerseits diesem breiten Interesse und andererseits den Anforderungen im Businessalltag Rechnung.

Das Besondere an unserem NLP Trainer’s Trainings-Konzept besteht eben darin, dass wir sowohl Coaching- als auch Trainingsfertigkeiten kombinieren im Hinblick auf die Erfordernisse einer beruflichen Praxis, in der oft beide Kompetenzen erforderlich sind, da Firmen verstärkt themenzentrierte Workshops mit Einzel-Coaching-Maßnahmen verbinden möchten. Ein bedeutender Schwerpunkt unseres Trainer’s Training ist seine systemische Orientierung. Und unser Konzept ist in zweifacher Hinsicht systemisch ausgerichtet. Die systemisch interne Perspektive erfasst den Menschen als ein dynamisches System von Persönlichkeitsanteilen (inneres Team) und nimmt in den Blick, ob und in wie weit seine inneren Teile des-integriert sind, polarisieren und Blockaden bewirken oder alle inneren Teile zum Wohle der Gesamtpersönlichkeit integriert und jeweils kontextspezifisch funktional sind. Die systemisch externe Perspektive konzentriert sich auf die prägenden und wirksamen Kontexte wie Ursprungsfamilien, Partnerschaft, Firma, Abteilung, Team, in denen wir uns ständig bewegen und von denen wir bewegt werden.

In dieser zweifachen systemischen Perspektive werden in unserem Kurs ethische Fragen und Fragen der eigenen Identität in Hinblick auf die Tätigkeit als Trainer und Coach thematisiert. Unser Ziel ist eine ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit und ein professionelles Rollen-Bewusstsein als Trainer und Coach. Das Training fokussiert ein wissenschaftlich fundiertes Reflexionsvermögen, eine zielgruppengerechte Methoden-Transparenz, einen kontextspezifischen und prozessorientierten Methodeneinsatz und eine marktreife Anwendung des Neurolinguistischen Programmierens im Rahmen von Trainings- und Coaching-Maßnahmen.

Viele Trainer glauben ja, dass sie bereits einen ganz guten Job machen. Wo geht euer Training über die übliche Kompetenzvermittlung hinaus?

Gerade in Hinblick auf die systemischen Dimensionen von Trainings und Coaching-Maßnahmen erweist es sich als erforderlich, über reine Methoden-Kompetenzen und inhaltliche Struktur-Orientierungen hinaus zu gehen.

Um Systemdynamiken gerecht zu werden, mit denen Trainer und Coache konfrontiert, und in die sie bewusst und unbewusst eingebunden werden, ist es erforderlich, Prozess-Kompetenz zu entwickeln.

Methodische Kompetenz, verstanden als Konzeptions- und Modellverständnis und die Fähigkeit, Tools präzise einzusetzen, befähigt nicht per se dazu, eben diese Werkzeuge auch im rechten Moment entsprechend der sich entwickelnden spezifischen Prozessdynamik angemessen einzusetzen und gegebenenfalls in einem Methodenmix zu synchronisieren.

Du trainierst die Teilnehmer ja gemeinsam mit deiner Kollegin Sylvia Lüthy. Worin siehst du den Vorteil eines Trainerteams?

Der Vorteil eines Trainer-Teams besteht zunächst einmal darin, dass die Teilnehmer zwei unterschiedliche Trainings-Stile kennen lernen und sich wechselweise darauf einstellen müssen – das erhöht ihre Flexibilität. Wir vertreten zwar alle beide einen systemisch orientierten Ansatz in Training und Coaching und haben einen inhaltlich strukturellen Konsens. Allerdings unterscheiden sich unsere Herangehensweisen schon allein dadurch, dass Sylvia als Frau in einer anderen Weise Akzente setzt als ich. Das Trainer- Setting entspricht damit den Lebenswirklichkeiten.

Zudem können wir mit unseren jeweiligen männlichen und weiblichen Anteilen „spielen“ und die Rollen wechseln, „nährende Mutter“ versus „konfrontierendes Alpha-Männchen“; „taffe Business-Frau“ versus „nachsichtiger Vater“. Darüber hinaus ermöglicht ein Trainer-Zweigespann eine gegenseitige Supervision, um weder in Projektionsfallen zu geraten noch sich unbewusst in Gruppendynamiken zu verstricken.

Ich habe auf eurer Seite gesehen, dass ihr mit Spiral Dynamics arbeitet. In welchem Kontext nutzt ihr dieses evolutionäre Modell der persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung?

Für angemessene Trainingsmaßnahmen und Coaching-Interventionen ist es wichtig, im Hinblick auf die Erfordernisse, Bedürfnisse und Erwartungen eines Kontextes (z. B. Familie, Firma, Abteilung, Team oder Markt) die tatsächliche handlungsführende Werteorientierung der Akteure zu kennen. Diese tatsächliche Werteorientierung ist oft implizit und den Protagonisten selber nicht bewusst. Es kann sogar vorkommen, dass sie sich offiziell zu Werten bekennen, die mit ihren verhaltensimmanenten Werten nicht kongruent sind. Daraus ergeben sich oft viele Konflikte und Blockaden bei Restrukturierungs-Maßnahmen, beispielsweise in mittelständischen Familienunternehmen, die versuchen, ihre Management- und Kommunikationsstrukturen marktgerecht anzupassen.

Um Verhaltensmuster, Weltbilder, Selbstbilder, Führungsstile, Ressourcen und unternehmerische Entscheidungen der Akteure im Hinblick auf ihre Erfolge, Konflikte, Blockaden und Misserfolge nachvollziehen und verstehen zu können, ist es erforderlich, die Werteorientierungen der Player und deren Dynamiken zu erkennen, die sich gemäß dem Spiral Dynamic Modell in 8 Ebenen unterscheiden lassen und als Meme bezeichnet werden.

Es ist in mehrdimensionalen Organisationen, die sich hierarchisch in Bereichen und Abteilungen Top-down/bottom-up gliedern oft so, dass gleichzeitig verschiedene Werteorientierungen unterschiedlicher (Mem-)Ebenen gegeben sind, miteinander konkurrieren und konfligieren, da sie nicht kompatibel und schwer synchronisierbar sind. Ablesbar wird das an den unterschiedlichen Führungs- und Entscheidungs-Stilen innerhalb der Organisation, was dann zu Konflikten, Blockaden und sogar zu unternehmerischen Misserfolgen führen kann.

Ich sehe in Spiral Dynamics ein sehr hilfreiches dynamisches Diagnose- und Navigations-Instrument, das sich sowohl im Hinblick auf Persönlichkeits-Entwicklung als auch im Hinblick auf Organisationsentwicklung und Gesellschaftsentwicklung passgenau und produktiv anwenden lässt, da jede Werte-Ebene unterschiedliche Coaching- und Trainingsansätze und Methoden erfordert!

Du bist ja selbst seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Organisationsentwicklung zugange. Inwiefern profitieren deine Teilnehmer auch von diesen Erfahrungen?

Machen wir uns nichts vor: Ein Trainer und Coach ist kein Heilsbringer, sondern ein Unternehmer, der beispielsweise in einem Business-Kontext eine Dienstleistung erbringt, die einen ablesbaren Mehrwert generieren muss und zwar für den einzelnen beauftragenden Klienten ebenso wie für das beauftragende und bezahlende Bezugssystem. Und hier muss der Trainer und Coach von der Angebotsphase über die Interventionsphase bis zur abschließenden Bewertungsphase Rede und Antwort stehen! Es reicht eben nicht, allein seine Methoden zu beherrschen und Prozesskompetenz zu nutzen, ich muss auch in der Lage sein, die tatsächlich erzielten Ergebnisse und den wirklichen Nutzen für den Auftraggeber der Maßnahmen bewusst und ablesbar zu machen oder schlicht und ergreifend gesagt: Ich muss meinem Gegenüber das Ergebnis verkaufen, denn wenn ich das nicht tue, dann werde ich nicht wieder gebucht und weiter empfohlen, auch wenn ich einen exzellenten Job gemacht habe!

Gerade das ist auch eine Dimension, die ich durch meine Erfahrungen angehenden Trainern und Coaches vermitteln kann.

Danke, Robert, für diese spannenden Ausführungen!

Wir freuen uns auf eure Kommentare, Anregungen und Fragen!

Wenn euch das Interview Appetit gemacht hat, findet ihr die kompletten Termine und Inhalte sowie Infos zu eurer Investition hier zum Download: Syntegron Trainer’s Training (pdf-Datei).

Oder ihr schaut direkt auf die Syntegron-Website. Dort könnt ihr euch auch anmelden.

 

 

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