Mein bestes Rezept gegen Selbstzweifel

Ich glaube, dass die meisten Menschen Phasen ernsthafter Selbstzweifel kennen, und Unternehmer*innen bilden da keine Ausnahme. Es ist einfach total normal und kann auch durchaus nützlich sein, sich selbst bzw. das eigene Verhalten in Frage zu stellen – solange das nicht zum Dauerzustand wird, was letztlich zu einem Gefühl der Lähmung führt.

Inzwischen habe ich eine Strategie entwickelt, wie ich mit meinen Selbstzweifeln umgehen kann, damit sie mich nicht in die Resignation und damit in die Handlungsunfähigkeit treiben. Dieses Rezept teile ich heute mit dir und bin gespannt auf deine eigenen Erfahrungen! Denn ich glaube, dass wir uns gegenseitig stärken können, wenn wir unsere Strategien für mehr Selbstbewusstsein teilen.

Hände mit bunter Aufschrift Just me

1. Selbstzweifel anerkennen

Das bedeutet für mich: erst mal akzeptieren, dass dieses unangenehme Gefühl einen Zweck erfüllt. Denn es macht mich auf etwas aufmerksam, was aus irgendeinem Grund nicht stimmig ist. Wenn ich das Gefühl wegschiebe und verdränge, grummelt es ja im Untergrund weiter. Solche „negativen“ Gefühle lassen sich natürlich vorübergehend ausblenden, wir können sie betäuben durch exzessives Seriengucken ;-), auf Facebook rumdaddeln, Ausgehen, Alkohol … Aber sie bleiben ja da, und sie werden sich durch diese ausweichenden Strategien nicht ändern.

Also: Stell dich dem Selbstzweifel, schau ihn dir genau an:

  • Wodurch ist er diesmal ausgelöst worden? War es ein gedankenloses Wort deines Partners oder eines Kunden? Konntest du einen Termin nicht einhalten? Warst du mit dem Ergebnis deiner Arbeit nicht einverstanden? Sei ehrlich und versuche, den Auslöser zu benennen.
  • Falls du dem genauen Auslöser nicht (mehr) auf die Spur kommst, nimm einfach das Gefühl wahr und erkenne es an.

Allein dadurch, dass du dich innerlich aufrichtest und entscheidest, dir das Gefühl anzusehen, wird sich deine innere Haltung verändern. Denn du stellst dich damit einem Teil deiner selbst, und das ist immer besser als davonzulaufen.

Nimm deinen Selbstzweifel als ein Signal für etwas, was du ändern kannst. Das befreit dich aus dem Gefühl des ohnmächtigen Ausgeliefertseins.

2. Politik der kleinen Schritte

Unsere Selbstzweifel sind oft deshalb so lähmend, weil wir das Gefühl haben, dass wir auf ganzer Linie versagen und ü-ber-haupt nix können oder richtig machen.

Deshalb hat sich für mich bewährt, dass ich mit ganz klitzekleinen Aktionen anfange, die mir sofort ein Erfolgserlebnis verschaffen:

  • meinen Schreibtisch aufräumen
  • die Ablage machen
  • meinen Kalender updaten

Dadurch komme ich allmählich wieder ins Tun, und das fühlt sich sehr viel besser an als resigniertes Herumhängen.

3. Notfallkoffer aktivieren

Inzwischen weiß ich außerdem ganz gut, welche Handlungen und Menschen mir gut tun, und ich habe mir das alles mal aufgeschrieben. Denn leider ist es ja so, dass wir auf solche Ideen gerade dann keinen Zugriff haben, wenn wir sie eigentlich am nötigsten brauchen.

Deshalb mein Tipp: Lege dir in guten Zeiten so eine Liste an, oder bastele dir tatsächlich ein kleines Schatzkästchen mit Zetteln, auf denen solche Dinge stehen. Wenn dich die Selbstzweifel überrollen, zieh einen oder mehrere deiner Zettel und tu einfach das, was darauf steht:

  • deine beste Freundin anrufen
  • ein heißes Bad nehmen
  • einen Spaziergang machen
  • tanzen gehen
  • deinen Lieblingssong ganz laut hören und mitsingen

Auch ein Blick in dein Erfolgsjournal kann helfen. Und ja, das halte ich noch immer für eines der wirkungsvollsten Instrumente beim Thema Selbstwert und Selbstzweifel. Denn es hilft uns, den Blick auf unsere Erfolge zu richten, auf die positiven Rückmeldungen und die wunderbaren Menschen, mit denen wir zu tun haben. So können wir von dem negativen Gedankenkarussell abspringen und den Fokus wieder auf unsere Stärken richten.

4. Unterstützung suchen

Gerade in den letzten Monaten ist mir selbst bewusst geworden, wie sehr ich die Unterstützung durch andere brauche. Ich hatte lange ein Selbstbild, bei dem der Wert Unabhängigkeit ganz oben stand. Mir ist erst kürzlich bewusst geworden, dass ich mich damit zumindest teilweise von einer ganz wichtigen Kraftquelle abgeschnitten habe: der Unterstützung durch andere Menschen.

Im privaten Bereich war das zwar nie ein Thema, aber im Business schon: Ich bin seit 14 Jahren Solo-Selbstständige und habe die meisten meiner unternehmerischen Schritte ganz allein geplant und durchgeführt. Das ist zuweilen echt mühsam und anstrengend, gerade dann, wenn einen die Selbstzweifel am Wickel haben.

Seit Anfang des Jahres arbeite ich in einem Erfolgsteam, und das hat mein Erleben sehr verändert und gibt mir das Gefühl, dass ich immer gut aufgehoben bin. Die anderen geben mir Feedback, stupsen mich an, und die Selbstverpflichtung im Hinblick auf das gewählte Ziel hilft mir, den Fokus zu behalten.

Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, sich zumindest zeitweise einem Team von Gleichgesinnten anzuschließen oder selbst eins ins Leben zu rufen.

 

Tipp: Der Online-Kurs Mein bestes Unternehmerinnen-Ich kann dafür ein guter Startpunkt sein, weil du dort andere Unternehmerinnen triffst, die ähnliche Themen bewegen.

Am 28.08.17 um 16:30 Uhr findet ein Gratis-Webinar statt, in dem du mehr dazu erfährst und bereits einige wertvolle Impulse mitnehmen kannst.

 

Ich hoffe, dass ich dir mit meinem Rezept gegen Selbstzweifel ein paar Ideen an die Hand geben konnte und bin sehr gespannt, wie du selbst damit umgehst. Bitte schreib mir in den Kommentaren, was dir am besten geholfen hat oder hilft. Danke!

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6 Kommentare

  1. Evelyn Kuttig

    Mir hilft neben der Schaffung von den von Dir schon erwähnten kleinen Erfolgserlebnissen ganz besonders, wenn ich bemerke, was mir Gutes widerfährt , wenn ich mich Wahrnehmungen und Entdeckungen gegenüber aus Frust nicht verschließe …

    Dazu fällt mir eine ganze Latte ein: ein Anruf und sich nicht gestört fühlen, die Schönheit einer Blume auf dem Balkon, angelächelt werden auf der Straße, ein kleines Geschenk vom Nachbarn, nette Erinnerungen beim Putzen von kleinen Gegenständen, eine überraschende Verabredung, Vogelgezwitscher, sich für sich Zeit nehmen …

    Das Erfolgsbuch ist ein guter, schon wieder vergessener Tipp 🙂

    Liebe Grüße, Evy

  2. Heide

    Liebe Evy, danke schön! Ja, die Aufmerksamkeit auf die schönen kleinen Dinge richten, kann sehr hilfreich sein. 🙂

  3. Silvia Lehmeier

    Liebe Heide, danke für die kleine Erinnerung! Das war auch einer der Aha-Momente in unserem Coaching „Berg sehen – Schrittchen gehen“ 🙂
    Also heute wieder ein Schrittchen!

  4. Heide

    Liebe Silvia, genau! Eins nach dem anderen. Das Witzige ist ja, wenn man mal anfängt, kommt man manchmal richtig in den Flow und hört so schnell nicht wieder auf ;-).

  5. Silke Bicker

    Liebe Heide,

    mir hilft Musik, am Besten „Hochtrabende“ wie die Titelmusik zu Star Wars oder die Planeten von Gustav Holst oder die Jupitersinfonie von Mozart… dabei gehts mir gleich besser. Und danach raus, spazierengehen oder fotografieren. Manchmal wäscht mir auch ein Freund den Kopf im übertragenen Sinne und auch das hilft 🙂

  6. Heide

    Liebe Silke, das ist auch eine schöne Idee, so richtig erhebende Musik aufzulegen! Dazu würde mir auch was einfallen. Und spazieren gehen hilft ja wirklich immer!

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