Wie kann ich das Beste aus meinen Talenten machen?

Eine Frage, die oft zu Beginn eines Coachings steht, lautet: Ich kann so viel, aber wie kann ich all meine Begabungen und Fähigkeiten am besten nutzen?

Wer sich diese Frage stellt, hat bereits den ersten Schritt getan, um sein volles Potenzial zu leben. Denn dabei geht es um Selbstverantwortung: Du sitzt am Schalthebel, und nur du entscheidest, in welche Richtung es weitergeht.

Manchmal sieht man allerdings vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr – oder war es umgekehrt? Dann kann es helfen, die Sache mal ganz systematisch anzugehen. Dazu habe ich eine Anleitung verfasst. Wenn du diese Schritte nachvollziehst, wirst du mit deinen Überlegungen ein gutes Stück weiterkommen.

Schritt 1: Zieh Bilanz.

Dir einmal schriftlich zu notieren, welche Stärken du hast, was also besondere Eigenschaften oder Fähigkeiten von dir sind, welche Qualifikationen du bereits erworben und welche Erfolge du vorzuweisen hast, kann sehr erhellend sein.

Ich empfehle, dazu eine Mindmap anzulegen. Das hat den Vorteil, dass du immer alle vier Bereiche gleichzeitig im Blick hast und von einem Strang zum nächsten springen kannst, wenn dir gerade etwas einfällt. Solch eine Mindmap kann aussehen wie im folgenden Beispiel:

Mindmap KompetenzinventurEin großes Blatt Papier zu nehmen, ist also durchaus sinnvoll, denn deine Bilanz soll ja möglichst umfangreich werden.

Anfangs fällt es vielen Menschen schwer, sich ihre Stärken bewusst zu machen. Irgendwie weißt du zwar vielleicht, dass du viele Talente hast, aber sie jetzt auch mal zusammenzutragen, ist manchmal herausfordernd. Vor allem dann, wenn wir immer noch ein „Bescheidenheitsthema“ mit uns herumtragen und uns tendenziell unwohl fühlen, laut zu sagen, wie gut wir sind.

Erlaube dir also als erstes mal, für diese Übung die Bescheidenheit außen vor zu lassen und verfahre eher nach dem Motto „Eigenlob stimmt!“

Folgende Impulse können dir helfen, deinen Stärken auf die Spur zu kommen:

  • Beschreibe einmal einen typischen Arbeitstag von vorn bis hinten, und zwar so konkret und detailliert wie möglich. Bei manchen Kunden klingt das dann so:„Als erstes fahre ich den Rechner hoch und checke meinen Kalender bzw. meine Aufgabenverwaltung. Dann plane ich meinen Tag.“An dieser Stelle hake ich dann gerne schon mal ein und frage nach: „Könnte man also sagen, dass du eine strukturierte Vorgehensweise hast und dich gut selbst organisieren kannst? Und wie ist es mit Prioritäten setzen?“Siehst du, so einfach haben wir gleich drei Stärken erkannt! Wenn du auf diese Weise durch deinen Tag gehst, wirst du garantiert noch mehr Stärken entdecken.
  • Überlege außerdem, was deine Lieblingskollegin/dein Lieblingskollege Positives über dich sagen würde. Oder auch dein*e Chef*in oder eine*r deiner Wunschkund*inn*en.
  • Denke auch an Dinge, die du in deiner Freizeit tust: Vielleicht bist du Schriftführer in einem Verein? Das weist auf Fähigkeiten in der schriftlichen Kommunikation hin.Oder du organisierst regelmäßig Ausflüge für den Freundeskreis? Wahrscheinlich bist du ein Orga-Talent.Oder nutzt du jede freie Minute, um aus alten Fahrrädern wieder tolle neue Einzelstücke zu basteln? Dann hast du offenbar ziemlich ausgeprägte handwerkliche Talente und außerdem eine gute Portion Kreativität.
  • Wirf auch mal einen Blick zurück in deine Kindheit: Was hast du da besonders gern gemacht? Was war dein Berufswunsch als Kind?
  • Manchmal ist es auch sehr aufschlussreich, Freunde, Bekannte oder Kolleg*inn*en einfach direkt zu fragen, was sie an einem schätzen.

Auch beim Thema Erfolge darfst du das Tiefstapeln mal vergessen. Worauf bist du zu Recht stolz? Wofür hast du Anerkennung erhalten, in welcher Form auch immer?

Du musst keine Auszeichnungen gewonnen haben, damit das als Erfolg gilt. Ein großes Projekt beim Kunden erfolgreich umgesetzt zu haben, ist definitiv auch ein Erfolg. Oder mit 18 für ein Jahr ins Ausland zu gehen, um eine Fremdsprache zu lernen. Vielleicht hast du auch als Quereinsteiger*in in einem ganz neuen Berufsfeld wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Nimm dir für diese Übung ausreichend Zeit, mindestens eine Stunde.

Schritt 2: Deine Wünsche und Ziele

Wenn du mit deiner Bilanz fertig bist, kannst du dich der Frage zuwenden, was du dir eigentlich wünschst:

  • Welche Bedingungen sollten in deiner nächsten Position erfüllt sein?
  • In welcher Art Unternehmen möchtest du arbeiten: eher in einem internationalen Konzern, oder lieber beim Mittelständler oder im Kleinbetrieb?
  • Falls du selbstständig bist: Ist dir ein Homeoffice lieber, oder wäre eine Bürogemeinschaft mehr dein Ding?
  • In welchem Umfeld willst du insgesamt leben und arbeiten?
  • Was brauchst du, um zufrieden und erfüllt zu sein?
  • Was wäre der erste Schritt, um dahin zu kommen?

Auch hier empfehle ich dir, so konkret und präzise wie möglich zu formulieren. Damit aus Wünschen Ziele werden, die sich auch realisieren lassen.

Vielleicht möchtest du dich selbstständig machen? Dann kläre, wann du soweit sein willst und welche Schritte bis dahin noch zu gehen sind.

Schritt 3: Ist-Soll-Abgleich

Das klingt jetzt zwar ein wenig unsexy, ist aber ein ganz wesentlicher Schritt: Du weißt jetzt, was du alles mitbringst und wohin die Reise gehen soll.

  • Was brauchst du dafür?
  • Was hast du bereits?
  • Was musst du dir noch aneignen an Know-how oder Erfahrung, um dein Ziel verwirklichen zu können?

Schritt 4: Dein Plan

Hast du alle drei Schritte durchlaufen? Dann bist du jetzt in der Lage, dir einen konkreten Plan zu erstellen, den du umsetzen kannst. Achte darauf, realistisch zu planen! Wenn du derzeit eine 50-Stunden-Woche hast, kannst du nicht 10 Stunden pro Woche aufwenden, an deiner Selbstständigkeit zu arbeiten, erst recht nicht, wenn du auch Familie hast.

Der erste Schritt wäre dann eher zu überlegen, wie du die Arbeitslast reduzieren kannst, und auch dafür gibt es unterschiedliche Optionen, die du prüfen solltest.

Schritt 5: Sparringspartner suchen

Meiner Erfahrung nach hilft es sehr, sich jemanden zu suchen, der bei der Klärung hilft. Manchmal können Freunde diese Rolle erfüllen, aber oft fehlt ihnen die nötige Distanz und Unvoreingenommenheit.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Erfolgsteam zu gründen, in dem man sich gegenseitig unterstützt.

Und natürlich kannst du dir auch professionelle Hilfe suchen, was den Prozess zuweilen beschleunigt und oft auch mehr in die Tiefe geht.

Hauptsache, du gehst es an! Viel Erfolg!

 

Mein Name ist Heide Liebmann und ich bin Potenzialdetektivin. Über diese selbsterfundene Berufsbezeichnung freue ich mich immer noch jeden Tag! Außerdem bin ich eine Ideenschleuder, Stehauff-Frauchen und ein großer Fan meiner Muttersprache. Weshalb du mich gern auf Fehler aufmerksam machen darfst ;-).

 

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