Was wirklich hinter unseren Entscheidungen steckt

2016-11-04-15-56-42So lautet der Untertitel von Jochen Mais neuestem Buch „Warum ich losging um Milch zu kaufen, und mit einem Fahrrad nach Hause kam“. Ich hatte um ein kostenfreies Rezensionsexemplar* gebeten, das mir der Verlag auch zusandte (danke!), weil auch in meinen Coachings Entscheidungen immer wieder ein wichtiges Thema sind:

Denn gerade Scanner, also vielseitig begabte Menschen, tun sich damit oft sehr schwer. Sei es, dass meine Klienten Schwierigkeiten haben, sich unter verschiedenen möglichen Optionen für ihr Business zu entscheiden, sei es, dass sie sich selbst bis zur Handlungsunfähigkeit lähmen, weil sie völlig verwirrt sind von der Qual der Wahl.

Deshalb war ich sehr gespannt darauf, wie der vielen als Betreiber der Karrierebibel bekannte Autor Jochen Mai sich dieser Thematik annehmen würde.

Um es gleich zu sagen: ziemlich umfassend ;-).

In 18 Kapiteln beleuchtet er so ziemlich alle Aspekte, die im Zusammenhang mit Entscheidungen von Bedeutung sind.

Zunächst fragt er, weshalb uns das Entscheiden wirklich so schwer fällt und zeigt auf, was es mit der kognitiven Dissonanz auf sich hat. Auch die Frage, ob Männer anders entscheiden als Frauen, wird geklärt (ja, tun sie ;-)). Besser auch? Einfach mal nachlesen.

Wir bekommen erklärt, warum jede Entscheidung so etwas wie eine Wette ist: Weil bei beiden drei Faktoren eine Rolle spielen, nämlich Zeit, Unsicherheit und die Quote. Bei jeder Entscheidung bleibt so eine Art Restrisiko, das sich höchstens minimieren, aber niemals ganz ausschließen lässt.

Was also tun, um die „beste“ Entscheidung zu treffen? Auch dafür finden sich zahlreiche Anregungen, unterfüttert durch spannende und aufschlussreiche Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien. Und leider müssen wir uns klarmachen, dass unser Unterbewusstsein jede Menge Tricks parat hat, um uns aufs Glatteis zu führen. Selbst die viel gelobte Intuition nützt nur dann wirklich, wenn wir gelernt haben, ihre Einflüsterungen von anderen inneren Stimmen zu unterscheiden.

Ob wir uns eher mehr Zeit nehmen sollten für Entscheidungen oder ob kurzfristige Entscheidungen der bessere Weg sind, lässt sich ebenfalls nicht so leicht beantworten. „Kommt drauf an“ ist folgerichtig die Antwort des Autors, was er anhand zahlreicher Beispiele belegt.

Und selbst, wenn wir irgendwann eine Entscheidung getroffen haben, müssen wir ja zuweilen feststellen, dass sie sich nun doch nicht mehr so richtig anfühlt. Woran liegt das? Und können wir daran etwas ändern?

Für mich war in diesem Zusammenhangs eins der spannendsten Kapitel im Buch das über Ziele:

„Wer sein Ziel nicht kennt, weiß auch nicht, welchen Weg er einschlagen soll. Das führt erst zu Ratlosigkeit und schließlich zu Unentschlossenheit angesichts verschiedener Auswahloptionen. Was fehlt, ist die Sicherheit im eigenen Handeln.“

Daher schlägt Mai vor, sich in den 6 Lebensbereichen Freunde & Familie, Beruf & Karriere, Gesundheit & Körper, Heim & Wohnraum, Geld & Finanzen sowie Freizeit & Hobby, mal ganz konkrete Gedanken über die eigenen Ziele zu machen. Dazu hat er einige Fragen im Gepäck, die ganz schön in die Tiefe gehen. Auf der Grundlage der eigenen Ziele, wenn sie denn erst einmal klar definiert sind, lässt sich allerdings so manche Entscheidung dann wesentlich einfacher treffen. Weshalb sich diese Übung auf jeden Fall lohnen sollte.

Unabhängig davon, dass Entscheidungen in der Regel alles andere als objektiv sind, auch wenn wir das gerne glauben möchten. Sonst würden wir nicht so viel Unsinn kaufen – und das hat garantiert jeder schon mal erlebt, oder? Dass das in der Liebe erst recht gilt, weiß auch jeder Mensch, der sich schon mal verliebt hat – und irgendwann nicht mehr verstanden hat, wie das jemals passieren konnte ;-). Auch dazu gibt es einige interessante Erkenntnisse.

Ich fand die Lektüre insgesamt kurzweilig und unterhaltsam – man merkt durchaus, dass man es hier mit einem Profi-Schreiber zu tun hat. Die Gliederung fand ich nicht ganz so einleuchtend – an manchen Stellen habe ich mich gefragt, wieso dafür ein eigenes Kapitel hermusste. Das hat mein Lesevergnügen allerdings nicht wirklich beeinträchtigt.

Die Gestaltung fand ich sehr ansprechend: Mit einfach gehaltenen Grafiken in rot und weiß wird der Text vielfach aufgelockert, besonders wichtige Themen erhalten einen eigenen Kasten. Jedes Kapitel ist zudem durch ein rot gefärbtes Vorsatzblatt vom nächsten getrennt und hat ein eigenes Icon zum Start. Das wirkt hochwertig und freut das Gehirn, das bei längeren Bleiwüsten ja gerne mal abschaltet.

Empfehlung? Auf jeden Fall! Und zwar in erster Linie für die,

  • die sich prinzipiell schlecht entscheiden können
  • die mit ihren Entscheidungen ständig hadern
  • und die andere in ihren Entscheidungen unterstützen möchten.

Für mich wird das Buch sicher ein gutes Nachschlagewerk sein, wenn ich mich mit bestimmten Aspekten des Themas Entscheidung noch mal näher befassen möchte. Denn obwohl ich vieles schon kannte, habe ich bisher noch keine so lebendige und dabei hochwertige Zusammenfassung gelesen.

*Das bedeutet, ich schreibe im Gegenzug eine ehrliche Bewertung.

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1 Kommentar

  1. Jochen Mai

    Vielen Dank für die nette Rezension – und möge das Buch als Nachschlagewerk noch gute Dienste leisten!

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