Rabbit holes und Fliegenfischen

Rückblick auf das stARTcamp 2013 in Köln

Barcamps sind was Wunderbares. Darüber habe ich ja schon mehrfach geschrieben, hier oder auf Facebook. Aber das stARTcamp Köln ist was Besonderes unter den Barcamps dieser Welt. Gestern war ich zum dritten Mal dort, und obwohl ich nicht in Topform war nach drei anstrengenden Workshoptagen habe ich es genossen, in dieser Atmosphäre voller #Flausch, Kreativität und genuinem Interesse aneinander unterwegs zu sein.

Schade war nur, dass ich diesmal aus technischen Gründen nicht mittwittern konnte. Andere haben das aber natürlich wieder ausführlich getan. Unter dem Hashtag #sck13 findet ihr auf Twitter also eine ziemlich komplette Doku der gesamten Veranstaltung. (Gerade dort gefunden: Über die SocialWall des stARTcamps Köln strömten 2275 Tweets, 85 Instagrams, 71 FB-Posts & 30 G+-Beiträge. Wow!)

Sessionplanung sck13Wie schon Frank Tentler, Barcamp- und Social-Media-Urgestein, in seiner Live-Dokumentation auf Evernote schrieb: Allein die traditionelle Vorstellungsrunde, in der sich jeder mit drei Hashtags vorstellen musste, hatte extrem hohen Unterhaltungswert. Und dann die allseits beliebte Sessionplanung. Ich fand die dort präsentierten Ideen beinahe durchgängig einfach grandios und wusste schon jetzt, dass ich wieder maximal ein Viertel der coolen Sessions würde nutzen können. Das ist der einzige Nachteil einer derart kreativen Veranstaltung, und so wurde auch im Abschlussfeedback bemängelt, dass immer noch niemand das Klonen erfunden hat, damit man an mehreren Sessions gleichzeitig teilnehmen kann …

Ich verdanke dem stARTcamp dieses Jahr vor allem zwei neue Vokabeln bzw. dahinter steckende Ideen: Frank Tentler machte mich in seinem Vortrag über Smartplaces – übrigens ein hoch interessantes Projekt, dass er gemeinsam mit dem Dortmunder U entwickelt! – mit dem Begriff rabbit hole bekannt. Und meine zauberhafte Kollegin Eva Brandecker von the grooves erklärte, was sie unter Fliegenfischen versteht.

Rabbit hole: Dem Kaninchen hinterher ins Wunderland

©diametrik/flickr.com

©diametrik/flickr.com

Kunden anlocken wollen wir alle. Dass es dabei darauf ankommt, ihnen etwas anzubieten, dem sie kaum widerstehen können, wissen wir auch. Aber ich finde dieses Bild, dass man sie dazu verführt, einem hinunter in den dunklen Kaninchenbau, eben das Rabbit hole, zu folgen und sie dort dann etwas wirklich Wunderbares erleben zu lassen, wirklich genial. Denn es reicht ja nicht, coole Marketingstrategien zu haben. Was hinter dem Marketing steckt, sollte einen wirklich einzigartigen Mehrwert haben, der sich emotional tief einprägt. Wo sind deine rabbit holes?

(Anmerkung: Auch damit beschäftigen wir uns übrigens im demnächst startenden Online-Workshop „Der Nasenfaktor“. Sorry, aber dieser Vorlage konnte ich einfach nicht widerstehen 😉 ).

Fliegenfischen als kreative Contentstrategie

Jemand, der diese Disziplin ganz besonders gut beherrscht, ist Eva Brandecker, die den Verlag the grooves betreibt, den „Popstar unter den Sprachkursen“. Sie nennt es Fliegenfischen, und sie erklärte uns in ihrer Session, wie sie Themen, die ihr begegnen, umwidmet in smarte kleine Aktionen, die Aufmerksamkeit auf ihre Produkte lenken. Eben so wie ein Fliegenfischer, der sich richtig Mühe gibt, die richtigen Fliegen mit genau dem richtigen Schwung auszuwerfen, um die richtig dicken Fische zu fangen 🙂 .

So fiel ihr zum Beispiel auf, dass manche Menschen gerne im Dialekt twittern. Im Programm von the grooves gibt es auch die Sparte Local Grooves. Mit diesen Produktionen kannst du zum Beispiel Schwyzerdütsch oder Bayrisch lernen. Kurzerhand lobte Eva einen Preis für den lustigsten Dialekt-Tweet aus und verlieh dem Spiel den Hashtag #localtweet. Schaut euch auf Evas öffentlicher Facebookseite doch mal ein paar Beispiele an, was da zusammengekommen ist. Über 500 teilweise extrem lustige Tweets sind es insgesamt. Eine sehr charmante und aufmerksamkeitsstarke Idee, um Menschen auf Eva und ihr Unternehmen aufmerksam zu machen. Klasse!

Warum auch du nächstes Jahr dabei sein solltest!

  • Erstens, weil es sträflich ist, sich ein derart inspirierendes Event entgehen zu lassen.
  • Zweitens, weil du gerade als Social Media Newbie in so einem Umfeld verstehen lernst, wieso du ohne die sozialen Medien in absehbarer Zeit ein Problem bekommen wirst.
  • Drittens, weil du gleichzeitig merkst, dass wir alle miteinander das Netz sind, und die Art und Weise, wie wir damit umgehen Einfluss darauf hat, was damit passiert – statt es denen zu überlassen, die damit nur Unfug treiben wollen.
  • Viertens, weil du einfach unglaublich viel Spaß haben wirst.
  • Fünftens, weil die Herbergsmütter Wibke Ladwig, Anke van Heyl und Ute Vogel mit ihrem stARTcamp etwas geschaffen haben, das in dieser Art bestimmt einzigartig ist und du sie schon deshalb einmal persönlich kennen lernen solltest. Danke noch mal an dieser Stelle für euren Einsatz und die Liebe, mit der ihr das stARTcamp Köln zu einem festen Termin in meinem Kalender macht.

Alles klar? Dann sehen wir uns also nächstes Jahr? Gut!

1 Kommentar

  1. Ute Vogel

    Liebe Heide, vielen Dank für das schöne Resümee! 🙂

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  1. stARTcamp Köln 2013 sck13 | stARTcamp Köln - [...] Heide Liebmann: Rabbit holes und Fliegen fischen [...]

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